Toxizität von Cannabis

wie schädlich ist Cannabis? Toxizität von cannabis

Wie giftig ist Cannabis?

Cannabis gehört zu den am meisten konsumierten Drogen der Welt und steht daher schon lange im Fokus wissenschaftlicher Forschung. Mit der schrittweisen Legalisierung von Cannabis in Ländern wie Kanada oder den USA begann auch die deutsche Forschung sich intensiver für die Nebenwirkungen und Toxizität zu interessieren. Vor allem durch die Nutzung von Cannabis für medizinische Zwecke muss die Toxizität des Wirkstoffes THC  bekannt sein, um Komplikationen bei der Dosierung vorzubeugen. Um die Toxizität eines Stoffes zu bestimmen, nutzt die Wissenschaft in den meisten Fällen  (nicht unumstrittene) Tierversuche. Dabei werden die akute Toxizität (Wirkung einer Einzeldosis) und meistens auch die letale Dosis (LD) ermittelt. 

Die akute Toxizität von THC ist so gering, dass bei verschiedenen Tierversuchen (Ratten, Hunde und Affen) abhängig von Körpergewicht, Geschlecht und Tier, keine substanzbedingten Todesfälle zu verzeichnen waren. Auch die regelmäßige Verabreichung bestimmter Dosen führte nicht zum Tod der Tiere. Interessanterweise überlebten sogar mehr Tiere, die in einem Zeitraum von 2 Jahren mit THC behandelt wurden als Tiere aus unbehandelten Gruppen. Die Autor*innen dieser Studien vermuten, dies könnte mit einer verminderten Häufigkeit in der THC- Gruppe an Tumorerkrankungen zusammenhängen.

Kann der Cannabiskonsum dennoch tödlich enden?

Eine letale Toxizität von Cannabis beim Menschen konnte nicht nachgewiesen werden. Jedoch besteht diese Annahme nicht auf realen Versuchsmodellen, sondern auf der Hochrechnung der Daten aus den Tierstudien.

Selbst beim Freizeitkonsum mit zunehmend hoch potenten Sorten Marihuana sind keine Todesfälle zu verzeichnen. Dies könnte möglicherweise an dem Fehlen von Endocannabinoid-Rezeptoren im Hirnstamm liegen. Somit ist Cannabis selbst in der Praxis ungiftig. Die Akut-Dosis, die ein Mensch aufnehmen müsste, damit eine toxische Wirkung der Inhaltsstoffe eintritt, sind weder durch Rauchen noch durch Essen von Cannabis zu erreichen. 

Ein Rechenbeispiel

Ein Mensch von rund 70kg Körpergewicht müsste 10,5g reines THC akut (d.h. in einer Dosis) zu sich nehmen, um mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% daran umzukommen. Bei einem Wirkstoffgehalt von 8-15% THC pro Gramm bräuchte man demnach zwischen 70 und 130 Gramm Cannabis. Da aber bei der Rauchinhalation nur etwa 20% des THC aktiv in das Blut übergeht (bei oraler Einnahme lediglich 6%), ist die Aufnahme einer potenziell tödlichen Dosis auf natürlichem Wege rein unmöglich.

Trotzdem ist der Konsum nicht ungefährlich 

Obwohl die Toxizität von Cannabis extrem niedrig ist, ist der Konsum nicht ungefährlich. Bei Untersuchungen von Cannabisrauch wurde festgestellt, dass dessen Zusammensetzung dem von Tabakrauch ähnlich ist. Die Teerstoffe im Cannabis sind offenbar im höheren Maße krebserregend. Das Rauchen von Cannabis kann daher negative Auswirkungen auf die Lunge haben. Diese Auswirkungen steigern sich, wenn Cannabis mit Tabak vermischt geraucht wird. Trotzdem ist umstritten ob die Auswirkungen bei reinen Cannabiskonsument*innen stärker oder schwächer ist als die bei reinen Tabakraucher*innen. Auch wenn sie das Cannabis mit Tabak mischen.

Beim Joint rauchen wird meist tiefer und deutlich länger inhaliert. Meistens rauchen aber durchschnittliche Cannabis-Konsument*innen deutlich weniger Joints als durchschnittliche Tabakkonsument*innen Zigaretten.

Laut einer Studie der British Lung Foundation schädigen drei bis vier Joints die Lunge so stark wie ca. 20 Tabakzigaretten, weshalb das Cannabisrauchen mit einem stark erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht wurde. In einer US-Studie (UCLA, Los Angeles) wurde hingegen festgestellt, dass selbst ein regelmäßiger und vergleichsweise intensiver Cannabiskonsum (500-1000 Joints pro Jahr) weder eine signifikant höhere Lungen-, Mund- und Speiseröhrenkrebswahrscheinlichkeit, noch sonstige höhere gesundheitliche Risiken mit sich bringt. Eine andere Studie belegt, ob Cannabis den Augen schadet, oder nicht. 

Quelle: Häußermann Klaus/ Grotenhermen Franjo /Milz Eva (Februar 2017): Cannabis, Arbeitshilfe für die Apotheke, 1. Aufl., Deutscher Apotheker Verlag. Einen weiteren interessanten Beitrag findet ihr unter: Chemie.de

 

Verfasst von
Mehr von Mila~Grün

Die Cannabis Fertigarzneien

Dieser Artikel beschreibt die verschiedenen Fertigarzneien die Cannabis beinhalten und wie und...
Weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.