Rezept für Growerde- damit gelingt dein Anbau garantiert

Zu sehen ist ein kleiner Haufen Erde mit einer mintfarbenen kleinen Gartenschaufel aus Metall. Vielleicht handelt es sich hierbei um Growerde.
Mit einer guten und gesunden Erde, ziehst du gute und gesunde Pflanzen heran. Foto: neslihan gunaydin auf Unsplash.

Wer mit dem Anbau von Cannabis als Hobby beginnt, der weiß, dass man dabei einiges falsch machen kann. Wie bei jedem anderen Hobby benötigt man Zeit um Erfahrungen zu sammeln, und um eine gewisse Sicherheit zu erlangen. Auch Fehler gehören dazu. Nur ist das Problem beim Growen, dass manche Fehler teuer werden können und/oder einem die Ernte vernichten. Daher ist es immer gut vorher mit einem Experten zu sprechen, und deswegen erhältst du hier ein Interview mit einem sehr erfahrenem Grower. Er erzählt, was beim Growen wichtig ist, welche Möglichkeiten es gibt und was du auf jeden Fall vermeiden solltest. Doch das besondere an diesem Interview ist sein selbst zusammengestelltes Rezept für eine sehr spezielle Growerde. Dieses Rezept hat er der Cannabibliothek exklusiv zu Verfügung gestellt, um jeden Grower da draußen bei seinem Anbau zu unterstützen. Lies selbst, was diese Growerde so besonders macht.

Interview mit einem erfahrenen Grower:

Dein echten Namen verraten wir nicht, aber dein echtes Alter bitte: 

Ich bin 34 Jahre alt. 

Du baust Cannabis an, für den Eigenbedarf?

Ja, ich habe vor ca. sieben Jahren in meiner Studentenbude damit angefangen, in einem kleinen umgebauten Küchenschrank. Aber ich baue seitdem nur für den Eigenbedarf an. Für mich und meine Freunde. 

Wie oft hast du schon Cannabis angebaut? Bzw. Wie viele Pflanzen hast du immer in einer Charge?

Ich ernte ca. zweimal im Jahr und baue dabei zwischen 1-7 Pflanzen an.

Wie viel Gramm erntest du im Schnitt?

Das ist bei jedem Grow unterschiedlich. Theoretisch kannst du mit einer Pflanze die selbe Erntemenge bekommen wie mit sieben. Es kommt auf den Platz und auf die Pflege an. Daher wird nicht pro Pflanze, sondern pro qm gerechnet. Der Ertrag ist auch von Sorte zu Sorte unterschiedlich, und es spielt eine große Rolle, wie professionell man das Ganze betreibt. Bei Indica Sorten kommt man schneller an die gewünschte Ernte, aber dafür fällt diese geringer aus. Sativa Sorten sind pflegeintensiver und sie brauchen mehr Zeit, dafür hat man Ende mehr.

Hast du dich übers Web schlau gemacht?

Am Anfang war es schwierig, überhaupt an gute Informationen heran zu kommen, daher habe ich mich langsam ran getastet. Mit der Zeit gab es aber immer mehr Input, vor allem nach der Legalisierung in den USA.

Welche Sorten hast du schon angebaut? 

Oh das ist eine schwierige Frage *lacht*. Es gibt so viel, so tolle Sorten! Ich habe schon einmal Jack Herer angebaut. Er ist einer der berühmtesten Grower aus Amsterdam. Dann habe ich natürlich auch den Standard auf Kalifornien ausprobiert, O.G. Kush. Dann eine verrückte Sativa Sorte: Nothern light #5, das ist das stärkste Sativa auf dem Markt. Weiter habe ich mich noch versucht an Baba Kush und Purple Haze, wobei beides schwer ist anzubauen. Sour Diesel ist extrem schön und sehr sehr lecker, und auch easy anzubauen. Eine ganz tolle Sorte also. Ja und dann gibt es noch Orange But. Diese Sorte ist ein Selbstläufer. Und Blue Berry Kush, schmeckt und riecht wie es heißt. Dann hatte ich noch Strawberry Cheesecake, aber das ist völlig überzüchtet, und hat nicht so gut funktioniert. Mein Namensfavorit ist Blue Sunset Sherbet. Zu Ehren des wunderbaren Blue Sherbet, dem größten Grower aus den kalifornischen Gefilden. Und nicht zu vergessen die wunderbare Sorte, Nothern light.

Wow, das sind ja schon einige Sorten! Welche Samen hast du gewählt, und welche Erfahrungen hast du damit? 

Ich habe bis jetzt eigentlich nur feminisierte Samen verwendet. Alles andere ist nicht so gut beeinflussbar und ein Glücksspiel. Man muss schon sehr gut aufpassen, wenn man reguläre Samen verwendet. Denn durch Bestäubung kann der ganze Grow kaputt gehen, und das geht schneller als man denkt. Dann kommt es zu einem Zwitter. Die Zwitter- Pflanzen wachsen wie verrückt aber die Blüten sind dann voller Samen. Da macht der Rausch nicht so viel Spaß. 

Die Autoflowering Samen funktionieren gut, vor allem sind sie gut für Anfänger, oder wenn man das ganze nicht so professionell betreibt. Ansonsten würde ich davon abraten, da die Wachstumsphase zu schnell vorbei ist. Denn gerade in der Wachstumsphase, kann man seine Pflanzen sehr gut pflegen. Autoflowering ist eher was für die Grower, die ihre Pflanzen auf die Fensterbank stellen und schauen wollen, was passiert. Nach ca. 12 Wochen kommen die Pflanzen dann automatisch in die Blüte. Das alles ist eher langweilig. Aber man kann auch nichts falsch machen.

Baust du in einem ganzen Raum an, oder in einem Schrank?

Ich baue in einem Schrank an. Anfänglich im Küchenschrank! Es gibt schöne Sachen von einem Hamburger Anbieter, der bietet für die Züchtung von Tomaten fertige Sets an mit Abluft und allem drum und dran.

Welche Methoden kann man Indoor noch anwenden, außer traditionell im Schrank? 

Cannabispflanzen brauchen viel Licht um zu wachsen und um dicke Blüten zu bilden. Das richtige Licht ist wirklich sehr wichtig! Mit bestimmten Methoden hat man die Möglichkeit, dass die Blüten maximal viel Licht abbekommen. Zum Beispiel mit einem Sea of Green. Das bedeutet so viele Pflanzen wie möglich in kleinen Töpfen auf einer Fläche verteilen, dicht an dicht, und diese aber nicht hoch wachsen lassen. Sie sollen klein gehalten werden. Und dann gibt es noch den so genannten Screen of Green. Dieser bietet sich an, für hochwachsende Sativa Pflanzen. Der Haupttrieb der Pflanze wird, wenn sie ca. 20 cm hoch ist, gekuttet. Dadurch werden dann aus einem Trieb zwei. Das kann man wiederholen und die Pflanze wird zu einer Art Schirm. Diesen Schirm muss man dann mit einem Netz runter drücken, damit die Triebe viel Licht bekommen, das ist nicht so easy.

Die Techniken sind sehr unterschiedlich, vor allem vom Aufwand. 

Hast du beides schon versucht?

Ja, sie sind beide sehr empfehlenswert! Man muss zwar viel beachten, und ich würde es nicht empfehlen, wenn man das erste mal anbaut. Aber wenn man schon ein bisschen Erfahrung hat, kann man sich mal an die Techniken heran wagen. Es lohnt sich auf jeden Fall. Die Literatur sagt, dass man die Ausbeute um 300% steigern kann. 

Dein Geschenk an uns und die Community ist dein spezielles und wertvolles Growerde Rezept. Erzähl, was die Erde so besonders macht. 

Man braucht keinen anderen Dünger mehr, er ist zu 100% Bio, und enthält keine Chemie oder Synthetik. Die Pflanzen wachsen sehr gut davon, die Ernte ist auch sehr ertragreich und hat eine wunderbare Wirkung.

Wie bist du auf das Rezept gekommen? 

Das ist ein Zusammenspiel aus try und error- ich wollte unbedingt von den chemischen Düngern weg, und auch von den anderen Zusätzen. Als Anfänger bekommt man einen „grow mix“ an die Hand, da sind verschiedene Dünger für die verschiedenen Phasen drin. Man lernt, was die Pflanze braucht, damit zum Beispiel der PH- Wert stimmt. Bei der fertigen Ernte ist dann aber letztendlich viel Chemie drin. Deswegen wird empfohlen, den Boden zwei Wochen vor der Ernte mit Wasser durchzuspülen. Ich glaube das ist Bullshit- was du deiner Pflanze drei Monate zugefügt hast, kannst du nicht in zwei Wochen ausspülen. 

Darum habe ich mich dann auf die Suche gemacht, um diese ganze Chemie mit biologischen Stoffen zu ersetzen. Ich wollte einfach eine wirklich gute Growerde für meine Pflanzen. Da bin ich dann auf Fledermauskacke gestoßen, auch Fledermausguano genannt. Es ist der beste Dünger für Pflanzen, nicht nur für Cannabispflanzen. Denn das Guano enthält fast alle wichtigen Mineralstoffe, sowie Stickstoff und Phosphor. Es ist wirklich der perfekte biologische Dünger und regelt auch den Ph-Wert der Pflanzen. Aber auch bei Guano gibt es große Unterschiede. Die Fledermäuse dürfen nicht gezüchtet sein, sie müssen frei fliegen können und Obst und Insekten fressen. Ansonsten entwickeln sie Giftstoffe, die sie über den Kot weiter geben. Die Freiheit ist für alle Tiere das beste! Das beste Fledermausguano kommt übrigens aus Düsseldorf.

Das alles weiß ich unter anderem auch von einem  Kollegen aus der Baumschule. Ich habe ihm von meiner Idee erzählt, und er war auch gleich interessiert und zusammen haben wir dann an dem Rezept für die Growerde getüftelt.

Wie viele Anläufe hast du für das jetzige Rezept gebraucht?

Nach drei bis vier grows wurde es so gut, wie es jetzt ist. Ich würde es nicht mehr ändern. Anfangs war es ein Mix aus Chemie und Bio und ich habe Schritt für Schritt immer weiter die Chemie ersetzt. Es gibt Growerde übrigens auch als fertigen Mix. Dieser ist sündhaft teuer, und es fehlt die Hälfte. Die Hersteller verkaufen das als fertigen Grow und Blühmix, aber das wird nichts. Man kann das als Basis nehmen und dann mit weiteren Stoffen ergänzen. 

Du mischst dir die Growerde also selbst zusammen?

*lacht* Ja, In der Badewanne.

Wie viel Liter fertige Erde produzierst du mit einer Mischung?

100 Liter. Ich benutze diese Erde für all meine Pflanzen. Ich liebe es wenn es grün ist, und in der Wohnung tolle und gesunde, schöne Pflanzen stehen. 

Kann man diese spezielle Erde von Anfang an benutzen?

Nein, die Pflanzen sollten zuerst im im Kokospad hochgezogen werden. Die Erde verwendet man dann nach dem Keimen, wenn sie so 10-15cm hoch sind. So zwischen der 2.-3. Lebenswoche kann man sie in die Erde setzen, wenn sie eine bestimmte Stabilität haben. Keine Pflanze sollte man gleich auf einen high Performance Boden stellen. Pflanzen sind anfangs zarte Geschöpfe, sie brauchen auch einen zarten Umgang.

Benutzt du sonst noch irgendwelche Dünger? 

Nein! Die Zusammensetzung  der Erde ist der Dünger, den die Cannabispflanzen für ihren kompletten Lebenszyklus brauchen. Das Schöne an der BIO- Zusammensetzung ist, sie wird mit der Zeit immer besser. Das heißt, man setzt die Erde an und wartet dann zwei Wochen, dann bilden sich erst die Mineralstoffe. Also, umso länger die Erde Zeit hat um zu reifen, umso besser wird sie.

Aber ich dünge mit Guano auch situativ nach. Wenn man in der Blütephase sieht, die Blätter werden braun oder bleichen aus, dann kann man den Cannabispflanzen reines Guano geben. Oder auch wenn der PH – Wert nicht bei 5,8 ist, kann man mit Guano nacharbeiten. Das kann man sogar machen, ohne den PH-Wert vorher zu messen. Ab der zweiten Blühwoche gibt man das Guano mit ins Gießwasser, nicht direkt in die Erde.

Unsere Growerde ist auf jeden Fall ein Kostenfaktor und somit nicht für Jedermann eine Option. Bei 100 Liter fertiger Growerde ist man bei 200€.  Die Erde ist zwar teurer, aber besser für die Pflanzen und den Konsumenten, weil sie eben biologisch ist. Und wirkt sich auf den Ertrag und die Qualität der Ernte aus. Das Endprodukt ist wirklich um einiges besser!

Was ist wichtig für eine gute Ernte? 

Es gibt nicht DAS Wichtigste, aber Geduld ist eine wirklich wichtige Sache! Daneben ist die Erde sehr wichtig, ebenso wie ein gutes, aufeinander abgespieltes Zusammenspiel. Aber Cannabis ist eine Lichtpflanze, deswegen sollte man auf das richtige Licht achten. Dabei spielen natürlich die Kosten eine Rolle. LED´s sind besser als NDL´s, aber um ein vielfaches teurer. Dafür verbrauchen LED-Lichter weniger Strom und sie entwickeln nicht so viel Hitze. Und man braucht keinen Starkstromableiter, was man bei einer NDL benötigt. Natürlich ist auch die Abluft wichtig für das Klima und zur Vermeidung von Gerüchen. Der Austausch der Luft ist wirklich ein elementarer Punkt beim Anbau von Cannabis.

Welche Fehler hast du schon gemacht? 

Zu viel Wasser! Man darf nicht der Meinung sein, dass die Erde feucht sein muss. Regelmäßige gießen ja, aber bitte nicht übergießen. Und auf keinen Fall die Erde spülen. Damit nimmt man der Pflanze wichtige Mineralien und die Flora. 

Überdüngen und falsch düngen sind klassische Fehler. Ich würde im Allgemeinen von einem fertigen Dünger- Mix abraten. Und erst recht vom Düngen mit Chemie. Das ist wirklich absoluter Bullshit und total unnötig. Wenn man den Boden richtig ansetzt, mit natürlichen und biologischen Stoffen, muss man nicht so viel düngen. Marijuana ist ein natürliches Produkt, und braucht keinen Chemie Dünger.

Es kann viel schief gehen beim Cannabis Anbau. Es kann einem sogar die Bude abfackeln. Daher ist es wichtig, sich wirklich gut zu informieren und man sollte es von Anfang an richtig machen. Bei der Anschaffung der Geräte ist sparen auch der falsche Ansatz. Die billigen Sachen brauchen viel Strom, oder müssen schnell ersetzt werden. Da spart man sich letztendlich nichts.

Tipp für alle da draußen: Denkt an euren Stromverbrauch! *lacht* Nur mit LED kann man Strom sparen! Da lohnt sich der Invest. 

Würdest du das Growen als dein Hobby bezeichnen, oder als deine Leidenschaft?

Es ist meine absolute Leidenschaft! Ich finde es schön, den Pflanzen beim Wachsen zuzusehen und am Ende ein schönes Produkt in der Hand zu halten das gut schmeckt und das sich richtig gut anfühlt. Sonst hätte ich mir wohl kaum die Mühe gemacht an einem Rezept für Erde zu tüfteln *lacht*. Letztendlich ist es ja nicht nur eine Growerde für Cannabispflanzen, sondern für alle Pflanzen.

Wissen Freunde und Familienmitglieder über deine Leidenschaft bescheid? 

Die meisten meiner Freunde wissen bescheid, ja. Und auch ein paar meiner Familienmitglieder. Ich habe aber keine negativen Erfahrungen gemacht.

Hat dein Hobby dir schon schlaflose Nächte bereitet? Hast du keine Angst?

Anfänglich war das alles ungewohnt, ich bewege mich je nachdem wo man wohnt, am Rande der Legalität. Aber ich überschreite mit meinen Mengen keine extremen Grenzen, es ist alles noch im Rahmen. Von dem her, nein. Ich habe keine Angst.

Danke für deine Ehrlichkeit, für deinen Spirit und für das Growerde- Rezept!  Ich konnte hören, dass du Grower aus Leidenschaft bist und wünsche dir weiterhin viel Erfolg.

Und nun erhältst du das Rezept dieser wunderbare und hilfreiche Growerde

Zuerst benötigst du die Basiserde.

Diese besteht aus:

1 Teil Kompost- 1 Teil Torf- 1 Teil Perlit

oder

40 l Kompost, 40 l Torf, 10 l Perlit und 20 l Vermiculat

Dann stellst du das „Herz“ der Growerde her, den biologischen Düngermix.

Dieser besteht aus:

  • 8 l Wurmerde
  • 0,25 kg Hornmehl
  • 250 g Hornspähne
  • 250 g Urgesteinmehl
  • 700 g Guanopulver
  • 300 g Fischmehl / Animalin von Oscorva
  • 250 g Kalk
  • 1 kg Bodenaktivator / Oscorva

Dann mischst du 80% Basiserde mit 10% Perlit und 10% biologischem Düngemix.

Und fertig ist die exklusive, wirkungsvolle, voll biologische Growerde. Viel Spaß beim Nachmachen. Wenn du deine Erfahrungen mit mir teilen möchtest, würde ich mich sehr freuen.

Du kannst übrigens nicht nur Hanf anbauen, sondern auch bauen mit Hanf.

 

Wenn dir dieses Interview schon gefallen hat, dann kann ich dir an dieser Stelle das Interview mit den Green Pioneers® empfehlen. 

Verfasst von
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