Psychosen und Schizophrenie

Kann Canabis eine Heilung bei Schizophrenie fördern? Foto: Hartwig HKD auf Flickr.de

Entstehen psychische Erkrankungen durch Cannabis? 

Viele Menschen haben die Vorstellung oder auch die Angst, dass wenn sie Cannabis konsumieren, Halluzinationen oder Wahnvorstellungen bekommen. Sie sehen Dinge, die nicht existieren und hören Sachen, die keiner sagt. Bestimmt ist das auch schon mal dem einen oder anderem Freizeitkiffer passiert. Doch entwickelt sich dadurch eine Erkrankung wie Schizophrenie oder eine Psychose? 

Was ist überhaupt Schizophrenie? 

Schizophrenie kann eine gravierende psychische Erkrankung sein. Vor Allem wenn man sie nicht frühzeitig erkennt und behandelt. Sie hat ein vielseitiges Erscheinungsbild und gehört zu den so genannten „endogenen Psychosen“. Als Psychosen werden Krankheitsbilder zusammengefasst, die u.a. mit Realitätsverlust, Wahnvorstellungen, Störungen des Denkens, der Sprache und der Gefühlswelt verbunden sind. Der Begriff “endogen” beschreibt, dass die Erkrankung aus einer Vielzahl von Faktoren “von innen” heraus entsteht. Dabei meistens ohne erkennbare körperliche Ursachen und ohne begründbaren Zusammenhang mit Erlebnissen. Schizophrene Störungen sind im Allgemeinen durch grundlegende und charakteristische Störungen von Denken und Wahrnehmung gekennzeichnet. Die Bewusstseinsklarheit und intellektuellen Fähigkeiten sind in der Regel nicht beeinträchtigt, obwohl sich im Laufe der Zeit gewisse kognitive Defizite entwickeln können.

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Schizophrenie in Verbindung mit Cannabis

Es gibt Hinweise aus einer Anzahl von Langzeitstudien, nach denen Cannabiskonsum mit einem erhöhten Risiko für eine Schizophrenie- Diagnose oder Symptomen einer Psychose in Verbindung gebracht wird. In einer Übersicht von sieben Studien zum Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Schizophrenie berechneten Wissenschaftler Folgendes: Personen, die jemals Cannabis konsumiert hatten, litten an einem um 41% erhöhtem Risiko für die Entwicklung einer Psychose. Verglichen wurden sie mit Personen die noch nie Cannabis konsumierten. Starke Cannabiskonsumenten wiesen ein doppelt so hohes Risiko wie Nichtkonsumenten auf. Es ist somit wahrscheinlich, dass Cannabiskonsum die Entstehung von Schizophrenie bei Menschen beschleunigt. Allerdings nur bei denjenigen, die wegen einer individuellen oder familiären Veranlagung vorbelastet sind.

Kann Cannabis als Medikation eingesetzt werden? 

Es liegen hingegen Studien vor, die diese These nicht bestätigen. Diese zeigen, dass Cannabis und THC in einigen Fällen von Schizophrenie sogar nützlich sein können. Aber nur bei den Patienten die nicht auf die üblichen Medikamente ansprechen. Die Autoren nehmen an, dass sich die Ursache der Schizophrenie bei diesen Patienten in Bezug auf ihre Gehirnphysiologie von anderen vergleichbaren Patienten unterscheidet. Diese Patienten können an einer schwachen bzw. gestörten Funktion des Endocannabinoidsystems im Gehirn leiden.

 

Quelle: Häußermann Klaus/ Grotenhermen Franjo /Milz Eva (Februar 2017): Cannabis, Arbeitshilfe für die Apotheke, 1. Aufl., Deutscher Apotheker Verlag.

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