Keimung und Einpflanzung der Cannabissamen

Drei Torftöpchen sind zu sehen, mit jeweils drei Cannabisstecklingen. Die Keimung und Einpflanzung der Cannabissamen, ist bereits erfolgt.
Die Keimung und Einpflanzung der Cannabissamen ist nicht schwer durchzuführen. Foto: Daniel Oberg auf Unsplash

Wenn du Cannabis anbauen möchtest, und dich bereits für eine Growsorte entschieden hast, beginnst du mit der Keimung und Einpflanzung der Cannabissamen. Der Samen besteht aus einer Samenhülle, die das kleine, getrocknete Samenkorn in ihrem Inneren schützt. Sobald der Samen mit Wasser in Berührung kommt, beginnt er zu keinem und der kleine „Samenembryo“ entwickelt Triebe. Der Samen beinhaltet all die notwenigen Nährstoffe, die der Embryo anfangs braucht, bis du ihn mit den notwendigen Elementen weiter versorgst. Doch trotzdem sind, für eine erfolgreiche Keimung, die richtigen Bedingungen notwendig. Die Samen benötigen für die Keimung die richtige Temperatur, Dunkelheit und eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit, um sich später zu prachtvollen, ertragreichen Cannabispflanzen entwickeln zu können.

Die unterschiedlichen Keimungsmethoden

Es gibt unterschiedliche Methoden, wie du deine Samen zum Keimen bringen kannst.

Die Samen ….

  • ….zuerst in einem Glas Wasser vorkeimen lassen, und anschließend in einen Topf mit Erde setzen.
  • ….zwischen zwei feuchten Küchenrollentüchern vorkeimen lassen, und dann in die Erde setzen.
  • ….gleich in einen Topf mit Erde geben und dort keimen lassen.

Alle drei Methoden sind einfach durchzuführen, und haben ihre Vor- und Nachteile. Ich beschreibe dir hier aber die dritte Methode: den Samen in der Erde keimen lassen. Denn diese ist für die empfindlichen Cannabissamen am schonendsten. Es ist nämlich wichtig, dass du die Samen so wenig wie möglichst berührst, denn der kleinste Druck kann schon irreparable Schäden verursachen.

Wenn du die Samen berühren oder mobilisieren musst, dann nur ganz vorsichtig mit einer Pinzette, einem kleinen Löffel oder mit einer Messerspitze. Bei der hier beschriebenen Methode musst du den Samen nur einmal berühren, bei den beiden anderen schon mindestens zweimal. Du kannst, wenn du die Samen gleich in die Erde gibt, zwar nicht sehen ob diese zu keimen beginnen oder nicht, aber das merkst du eh nach ein paar Tagen.

Da die Cannabissamen ein Naturprodukt sind, gibt es keine Garantie dafür, dass sie tatsächlich keimen. Daher solltest du mehr Samen verwenden, als die Anzahl der Pflanzen, die du haben möchtest. Das ist zwar relativ kostspielig, aber notwendig. Hier noch ein Tipp: dunkle Samen keimen eher als helle oder grünliche Samen. Also verwende für die Keimung und Einpflanzung dunklere Samen, falls du denn eine Wahl hast. Wenn du bei renommierten Samenhändlern deine Cannabissamen bestellst, bekommst du sicherlich auch eine gute Ware. Du wirst, mit großer Wahrscheinlichkeit, eh dunkle Samen erhalten. Aber eben ohne Keimungsgarantie.

Der Vorgang der Keimung und Einpflanzung

Du benötigst: 

  • die Cannabissamen deiner Wahl.
  • kleine Töpfe oder Jiffy Torftöpfe. Die Jiffy Torftöpfe haben den Vorteil: deine Pflanzen können den Topf komplett durchwurzeln, er ist auf 100% organischen Material und er kann, wenn er zu klein wird, direkt mit einen größeren Topf verpflanzt werden. Dort löst sich das Torf nach und nach auf und dient als Nährstoff. Solche Töpfchen gibt es aber auch mittlerweile aus Hanf. Das ist alles eine Frage des Geldes. Wichtig: die Töpfchen, egal welche du nutzt, sollen tief sein und nicht breit. Denn die Cannabissamen wachsen tief in die Erde und nicht in die Breite.
  • entweder spezielle Anzuchterde oder Erde, die so wertvoll ist, dass du sie für den kompletten Grow verwenden kannst. 
  • Wasserflasche mit Sprühzerstäuber
  • eine Pinzette
  • einen Küchen- Holzspieß oder einen Meterstab

Und so machst du es: 

  • durchfeuchte deine Erde zuerst gleichmäßig mit Wasser, damit sie später beim Angießen das Wasser gut aufnehmen kann. Die Erde soll feucht sein und nicht nass. Es geht lediglich darum, dass die Erde nicht trocken ist.
  • gib die Erde in einen Topf oder die „Jiffys“, aber fülle sie nicht bis ganz an den Rand. Lass ein bisschen Abstand frei.
  • markiere deinen Holzspieß bei ca. 2 cm und steche ihn anschließend bis zur Markierung in die Erde, oder stecke einen Meterstab bis zu 2 cm in die Erde.
  • gebe nun ganz vorsichtig den Cannabissamen in das vorgestoßene Erdloch (nimm deinen Spieß zu Hilfe oder die Pinzette) und wichtig: decke den Samen mit Erde zu und drücke sie ein wenig an. Cannabis ist nämlich ein Dunkelkeimer.
  • besprühe die Erde noch einmal mit Wasser, bis ein paar Tropfen heraussichern.
  • das war es eigentlich schon. Nun musst du deinen Samen die gewünschte Temperatur und Luftfeuchtigkeit geben.
  • du kannst dafür die Töpfe mit den Samen entweder in ein Mini Gewächshaus geben (gibt es in jedem Baumarkt oder Gartenfachhandel), oder in eine transparente Plastikbox. Dabei ist es wichtig, den Deckel nur locker aufzulegen und die Box nicht zu verschließen. Stelle dein Gewächshäuschen, oder die Box nicht an einer Fenster. Direkte Sonneneinstrahlung ist nämlich nicht zu empfehlen und Zugluft auch nicht. Ebensowenig ist ein Platz auf der Heizung zu empfehlen. Das Wasser verdampft zu schnell und die Samen können austrocknen.
  • du kannst die Samen aber auch schon in deinen Growschrank stellen und keimen lassen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, je nachdem wie du deinen Grow planst.
  • die Umgebungstemperatur sollte am besten bei 22C° liegen.
Ein Meterstab wird bei 2cm in Growerde gesteckt.
2cm abmessen.
Ein Töpchen mit Erde und eine Pinzette mit einem Samen ist zu sehen.
Den Samen vorsichtig mit einer Pinzette hinein geben.
Ein Growschrank mit drei Pflanzentöpfchen ist zu sehen.
Zudecken, keimen lassen.

Nach drei bis zehn Tagen durchstoßen die kleinen Keimlinge die Erde. Ein Stiel mit Keimblättern ist zu sehen, nun beginnt die vegetative Phase. Jetzt kannst du die Temperatur auf 24C° erhöhen, und du solltest du die Sämlinge auch gleich mit Leuchtstoffröhren beleuchten. Verwende bitte keine NDL, denn dieses Licht verbrennt die jungen Pflanzen. Ab einer Größe von 2-3 cm beleuchtest du deine Pflanzen, mit einem Abstand von ca. 35cm, in einem 18 Stunden Tag- und 6 Stunden Nachtrhythmus.

Achte darauf, deine Pflanzen regelmäßig zu bewässern, aber nicht zu viel. Am besten gibst du das Wasser in den Auffangschale unter dem Topf, das aufsteigende Wasserdampf stimuliert die Wurzeln und regt ihren Wachstum zur Wasserquelle an. Von oben nur gießen, wenn die ersten 1-2cm Erdschicht trocken sind. Zuviel Wasser und eine zu nasse Erde sind sehr schlecht für deine Cannabispflanzen. Fühle (oder wiege) das Gewicht deines Topfes nach dem Gießen, und gieße erst, wenn er wieder deutlich leichter ist.Der erste Schritt für deinen erfolgreichen Cannabis- Grow ist mit der Keimung und Einpflanzung geschafft. Weiter geht es im Beitrag über die vegetative Phase und dann über die Blütephase.

 

Anmerkung: wie du sicherlich weißt, ist in Deutschland der Anbau von Cannabis illegal. Daher dient dieser Beitrag rein als Informationsquelle.

 

Quelle: Lizermann Lark- Lajon (2016): Der Cannabis- Anbau, der einfache Weg zum eigenen Homegrow, 7. Auflage, Nachtschatten Verlag . https://www.nachtschatten.ch/products/product_0555.html

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