Dronabinol

es sind durchsichtige Kapseln, mit gelber Flüssigkeit zu sehen. Evtl. Dronabinol
Dronabinol ist die bekannteste Cannabis Fertigarznei. Foto: Leohoho auf Unsplash.

Was ist Dronabinol?

Dronabinol ist der pharmakologisch verwendete Name für THC. Es ist ein leicht gelbliches und klebriges Öl, das auf ärztliche Anweisung hin, zu einem Arzneimittel angefertigt wird. Das sind zum einen 2,5%ige ölhaltige Tropfen und zum anderen Kapseln in den Größen 2,5mg, 5mg und 10mg. Für die Herstellung der Tropfen und Kapseln verwenden die Herstellungsfirmen meist Sesamöl. Deutsche Herstellungsfirmen sind THC Pharm® aus Frankfurt und Bionorica Ethics® aus Neumarkt. Sie stellen Dronabinol aus Faserhanf her. In den USA wird Dronabinol ausschließlich synthetisch hergestellt und für die Zubereitung der Fertigarznei Marinol® genutzt.

Dronabinol ist quasi ein Cannabisöl, welches nicht zu verwechseln ist mit CBD-Öl

Wie wirkt Dronabinol?

Die Wirkungsweise ist der von Cannabis sehr ähnlich, es wirkt beruhigend, krampflösend, appetitsteigernd, brechreizlindernd, stimmungsaufhellend, schmerzlindernd und verstärkt die schmerzlindernde Wirkung von Opioiden. Daneben hat es auch einen den Augeninnendruck senkenden Effekt. Die pharmakologischen Effekte von Dronabinol sind dosisabhängig und werden von jedem*r Patient*in unterschiedlich wahrgenommen. 

Die Dosierung

Die Verordnungshöchstmenge für Dronabinol liegt bei 1000mg in 30 Tagen. Aber eine verbindliche Vorgabe zur Dosierung gibt es derzeit noch nicht. Denn die tägliche Dosis ist abhängig von der Indikation und der Verträglichkeit des Patienten auf die Arznei. Meist liegt die Tagesdosis zwischen 5 bis 30mg. Üblicherweise startet der*die Patient*in mit einer Einzeldosis von 2,5mg Dronabinol täglich. Dann steigert der*die Patient*in die Dosis langsam, bis er*sie die Dosierung mit dem best möglichen therapeutischem Effekt gefunden hat. Das fällt von Patient*in zu Patient*in ganz unterschiedlich aus, auch wenn er*sie an der selben Erkrankung leiden. Wegen der häufig sedierenden Wirkung von THC, startet man mit der Eindosierung vorzugsweise morgens. Dies wird in der Regel gut vertragen, da kaum subjektiv wahrnehmbare Wirkungen hervorgerufen werden, welche die Psyche beeinflussen. Es ist wichtig, dass die Eindosierungsphase langsam verläuft. Denn Dronabinol ist reines THC, wovon der*die Patient*in natürlich high werden kann. 

Vor allem zu Beginn einer Dronabinol- Therpaie, sollte der*die Patient*in regelmäßige, engmaschige Termine bei dem*der Arzt*Ärztin vereinbaren, und auch einhalten. Denn mit einer regelmäßigen Kontrolle, kann man auf unerwünschte Nebenwirkungen schnell zu reagieren und die Dosis dementsprechend anpassen.

Eine genaue Beschreibung und Dosierungslanleitung findest du hier: Dosierung der Cannabis Fertigarzneien.

Welche Fertigarzneien gibt es? 

  • Das wohl bekannteste Cannabis Medikament, ist das Mundspray Sativex®. Es ist sehr einfach in der Anwendung und leicht zu dosieren. Sativex® ist ein Spray, welches eine eine Kombination aus THC und CBD enthält. Die Cannabinoide werden in Form von Sprühstößen inhaliert.  
  • Canemes® ist eine Kapsel, die den Wirkstoff Nabilon enthält, und oral eingenommen wird.
  • Das weltweit bisher einzige Dronabinol-Fertigpräparat ist das in den USA hergestellte und auch nur dort zugelassene Medikament, Marinol®. In Deutschland besteht die Möglichkeit, Marinol® als Arzneimittel zu importieren. Es wird als THC-haltige Kapsel geliefert. Der Import ist allerdings etwas aufwendig, daher verwenden Ärzt*innen und Patient*innen Marinol® hierzulande kaum. 

Weitere Infos erhältst du in dem Beitrag über die Fertigarzneien.

Einsatzmöglichkeiten von Dronabinol 

  • Übelkeit, Erbrechen bei Krebschemotheraphien, sowie Hepatitis C, und Migräne,
  • Appetitlosigkeit unter verschiedenen Krankheitsbedingungen,
  • Spastiken und Muskelkrämpfe bei Multiple Sklerose, Querschnittslähmung,
  • Spastiken nach einem Schlaganfall,
  • Schmerzen im Rückenbereich sowie Bandscheibenprobleme, aber auch Verspannung der Rückenmuskulatur,
  • Kopfschmerzen wie Spannungskopfschmerzen, Migräne und Clusterkopfschmerzen,
  • weitere Schmerzen wie Phantomschmerzen, Neuralgien, Menstruation, Arthrose und Arthritis,
  • Bewegungsstörungen wie Tourette-Syndrom, Dystonie und Parkinson,
  • Allergien, Juckreiz und verschiedene Entzündungen,
  • Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, bipolare Störungen, posttraumatische Belastungsstörungen, Hyperaktivität und ADHS
  • Impotenz
  • Abhängigkeit von Alkohol oder Opiaten
  • Schlaflosigkeit
  • verwirrten Verhalten bei Alzheimer
  • Magen-Darm Erkrankungen wie Entzündung der Magenschleimhaut, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Reizdarm und Durchfall
  • Erhöhter Augeninnendruck: Glaukom
  • Asthma
  • Epilepsie

 

 

Quelle:Quelle: Häußermann Klaus/ Grotenhermen Franjo /Milz Eva (Februar 2017): Cannabis, Arbeitshilfe für die Apotheke, 1. Aufl., Deutscher Apotheker Verlag Internationale Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin. Kanaturia THC Medikamente.

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