Dosierung der Cannabis Fertigarzneien

Die Dosierungen der Fertigarzneien müssen an den jeweiligen Patienten angepasst werden. Foto: adam-niescioruk-hWzrJsS8gwI-unsplash

Die Cannabis Fertigarzneien müssen langsam hochdosiert werden

Wenn alle Voraussetzungen für die Erstattung erfüllt, und Cannabis auf Rezept verschrieben wurde, gibt es verschiedene Arzneimöglichkeiten.

Die Fertigarzneien die aus Cannabisblüten- oder Extrakten hergestellt werden, gibt es in verschiedenen Formen. Sie können als Kapseln, Tropfen oder auch als Spray eingenommen werden. Die meisten dieser Arzneien enthalten das Cannabinoid THC, dass in der Medizin als Dronabinol bezeichnet wird. Die Dosierung der Cannabis Fertigarzneien fällt unterschiedlich aus 

Die Dosierung des Mundsprays Sativex®

Das Cannabis-Mundspray Sativex®, enthält ein Extrakt aus Cannabis Blättern und Blüten und somit die Cannabinoide THC und CBD. Das Spray hat antispastische und psychotrope Eigenschaften. Außerdem wird Sativex® zur Symptomverbesserung bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Spastik aufgrund einer multiplen Sklerose eingesetzt.

Der Hersteller des Arzneimittels Sativex® empfiehlt die Dosierung der Cannabis Fertigarznei als komplexe Eindosierungsphase, bei der die Patient*innen mit einem Sprühstoß in den Mund am Nachmittag oder am Abend beginnen soll, und sich langsam aber stetig steigert. Mit einem Stoß werden dem/r Patienten/in 2,7mg THC und 2,5mg CBD verabreicht. Die abendliche Gabe bietet dabei den Vorteil, dass ein eventuell auftretendes Unwohlsein oder eine Sedierung einfach “verschlafen” wird. Die Zahl der Sprühstöße sollte daher maximal um einen Stoß pro Tag erhöht werden. Und wenn man dann eine wirksame Dosis erzielt hat, die allerdings nicht immer bei der Höchstdosis liegen muss, so kann der/die Patient/in diese über den Tag hinweg individuell verteilen. Es ist aber durchaus möglich, dass die einmal erreichte Dosierung bei einem guten Ansprechen auch wieder reduziert werden kann. Der Hersteller empfiehlt, dass eine Höchstdosis von 12 Stößen nicht überschritten werden soll.

Außerdem sollte man die Einnahme des Cannabis- Mundsprays mit den Mahlzeiten abgleichen. Das bedeutet entweder immer vor oder immer nach dem Essen, damit keine Wirkungsschwankungen auftreten.

Eindosierungsempfehlung Sativex®

Tag Sprühstöße morgens Sprühstöße abends Gesamtsprühstöße
1 0 1 1
2 0 1 1
3 0 2 2
4 0 2 2
5 1 2 3
6 1 3 4
7 1 4 5
8 2 4 6
9 2 5 7
10 3 5 8
11 3 6 9
12 4 6 10
13 4 7 11
14 5 7 12

Ungeöffnet sollte man das Cannabisspray im Kühlschrank bei 2-8°C lagern. Stattdessen kann es geöffnet bei Raumtemperatur, aber nicht über 25°C aufbewahrt werden. Nach dem ersten Sprühstoß sollte das Spray innerhalb von 42 Tagen aufgebraucht werden.

Dosierung der Canemes® Kapsel

Die Cannabis Fertigarznei Canemes® enthält Nabilon, das voll synthetisch hergestellte Cannabinoid THC, und ist in Deutschland in Kapselform erhältlich. Die Substanz verhindert unter anderem Übelkeit und Erbrechen bei Patienten die sich einer Chemotherapie unterziehen. Allerdings wird Canemes® erst eingesetzt, wenn andere Medikamente nicht mit gewünschtem Effekt anschlagen. Der Hersteller empfiehlt dabei eine 2-malige Gabe von 1-2 Kapseln, bei einer Dosierung von 1mg pro Kapseln. Dies entspricht 2-4mg Nabilon täglich. Als maximale Tagesdosis der Cannabis Fertigarznei werden 6mg Nabilon genannt, diese dann auf drei Einzelgaben verteilt werden soll.

Dosierung der Fertigarznei Marinol®

Marinol® ist der Markenname eines Medikaments mit vollsynthetischem Dronabinol (THC) als Wirkstoff. In Deutschland wird es kaum eingesetzt, da es aus den USA oder Kanada importiert werden muss. Dort wird es bei Anorexie und Kachexie bei einer HIV-Erkrankung und auch als Antiemetikum gegen die Nebenwirkungen einer Krebstherapie verwendet.

Die Dosierung der Cannabis Fertigarznei ist eindeutig. Der Hersteller empfiehlt die 2-malige Gabe von 2,5-10mg Dronabinol, was einer Tagesdosis von 5-20mg entspricht.

Lies einen ausführlichen Beitrag zu Marinol® bei RoyalQueenSeeds.

Quelle: Häußermann Klaus/ Grotenhermen Franjo /Milz Eva (Februar 2017): Cannabis, Arbeitshilfe für die Apotheke, 1. Aufl., Deutscher Apotheker Verlag.

 

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