Die optimale Dosierung von Cannabisarzneien

verschiedenen Cannabisblätter sind zu sehen, mit Beeren und Hölzern und einer Tasse Tee mit einem Cannabisblatt. Die Findung der optimalen Dosierung der Cannabisarzneien ist oft nicht einfach.
Cannabisarzneien optimal dosieren. Foto: Kimzy nanney auf Unsplash.

Um die korrekte Dosierung der Cannabisarzneien zu erreichen, benötigen die betroffenen Patient*innen oft Zeit und Geduld. Es gibt verschiedene Möglichkeiten um Cannabis als Medikament zu verwenden, doch nicht alle kommen für die verschiedenen Patient*innen in Frage. Die Verwendung von reinen Cannabisblüten stellt für viele eine große Hürde dar. Die Fertigarzneien, die aus Dronabinol bestehen, sind in Form von Kapseln schon einfacher zu verwenden, doch diese können nicht für jede Art der Erkrankung verwendet werden. 

Es ist im Vorfeld nicht einfach, das passende Medikament mit der passenden Dosis zu finden. Aber mit der richtigen Unterstützung ist es auf jeden Fall möglich. Wenn ein*e Arzt*Ärztin keine Erfahrung mit Cannabisarzneien hat, aber prinzipiell offen ist für eine Verschreibung, gibt es die Möglichkeit, sich an einen Sachverständigen für medizinisches Cannabis zu wenden. Dieser hilft bei der Wahl des Mittels, der Dosierung und auch bei der Antragstellung. 

Spürbare Nebenwirkungen reduzieren 

Während der Einstellungsphase in einer Cannabistherapie können teils unangenehme Nebenwirkungen auftreten. Das ist allerdings bei nahezu jedem Medikament so. Um mögliche Nebenwirkungen auszuschließen oder zu reduzieren, müssen sich die Patient*innen oft ein wenig gedulden. Denn sobald die richtige Dosis der Arznei gefunden wurde, sind die Nebenwirkungen nur noch minimal spürbar oder sie lassen tatsächlich komplett nach. Die häufigsten Nebenwirkungen bei der Verwendung von Cannabismedikamenten sind: Übelkeit, Schwindel, Nervosität, Benommenheit aber auch Herzrasen oder allgemeine Schwäche.

Dabei spielt es keine Rolle für welche Art der Arznei man sich entscheidet. Die Nebenwirkungen können bei der Verwendung der ganzen Blüten, der Extrakte oder auch Fertigarzneien auftreten. Prinzipiell sollte man mit einer niedrigen Dosis beginnen und diese langsam steigern. Denn bei einer zu raschen Dosissteigerung, und den damit verbundenen Nebenwirkungen, lehnen die Patient*innen eine mögliche Therapie mit weiteren Cannabismedikamenten ab, obwohl diese zu einer erfolgreichen Behandlung führen könnte. Wichtig ist es auf jeden Fall die Kontrollbesuche bei dem*r Arzt*Ärztin einzuhalten und nicht selbst an der Dosierung zu experimentieren. 

Die Erfahrung mit Cannabis kann helfen

Die Phase der optimalen Dosisfindung mit den beschriebenen Nebenwirkungen kann zwischen zwei und vier Wochen dauern. Cannabisarzneien unterscheiden sich dabei nicht von anderen Arzneimitteln. Denn auch bei diesen kann sich die optimale Dosisfindung über Wochen ziehen und die Patient*innen müssen gelegentlich sogar eine Therapie aufgrund der Nebenwirkungen beenden. Die Nebenwirkungen einer Cannabistherapie können bei dem*r einen Patient*in schon bei einer niedrigen Dosis auftreten und anhalten, bei anderen wiederum treten selbst bei einer hohen Dosierung keine Nebenwirkungen auf. Eine Rolle bei der Verträglichkeit spielt dabei auch die (Vor-)Erfahrung mit Cannabis.

ein Joint auf einer Schale ist zu sehen. Er qualmt
Freizeitcannabis Konsumenten haben es oft einfacher, die optimale Dosis zu finden. Foto: dad gras auf Unsplash

Die Dosierung von Cannabisarzneien

Aber weitere wichtige Faktoren für die korrekte Dosierung spielen die Größe, das Geschlecht, das Alter, das Gewicht und die körperliche Verfassung des*der Patient*in. Selbst bei der selben Erkrankung, kann man bei der zu verwendenden Dosis der Cannabisarzneien kaum Vergleiche ziehen. 

Die angepasste Tagesdosis von z.B. THC ist breitgefächert, schwankt erheblich und ist abhängig von der jeweiligen Indikation und natürlich dem Patienten. Es gibt Multiple Sklerose Patienten die täglich 2,5mg THC benötigen und andere die täglich 120mg THC zu sich nehmen.

Eine Übersicht zur Dosisfindung von Fertigarzneien:

  • die Eindosierung muss vor dem Beginn der Therapie genauestens mit dem*r Arzt*Ärztin werden. Der*die Patient*in muss sich an die Vorgaben halten und sollte nicht ohne Absprache die Dosierung ändern. 
  • Wichtig ist eine einschleichende Dosierung,
  • man beginnt z.B. mit 1-2 x 2,5 mg Dronabinol, 1 x 1 mg Nabilon oder einem Sprühstoß Sativex®.
  • alle 1-2 Tage um eine Einheit (2,5 mg Dronabinol, 0,5 mg Nabilon, 1 Sprühstoß Sativex®) erhöhen, bis die gewünschte Wirkung eintritt oder sich Nebenwirkungen bemerkbar machen.
  • sollten Nebenwirkungen auftreten, wird um eine Einheit zurück dosiert.
  • die zugelassene maximale Tagesdosis von Sativex® liegt bei 12 Sprühstößen täglich.
  • die Tagesdosis Dronabinol liegt bei 5-30mg.
  • übliche Tagesdosen für Nabilon liegen bei 1-4mg.

Das ist natürlich erstmal eine grobe Übersicht und eine Zusammenfassung für die optimale Dosisfindung. Wenn du mehr über Dronabinol  Sativex® und deren genaue Dosierung lesen möchtest, lies dir den Beitrag zu den Cannabisfertigarzneien durch. Dort erhältst du detaillierte Beschreibungen zu den jeweiligen Medikamenten und den Empfehlungen zu der Eindosierungsphase. 

Quelle: Häußermann Klaus/ Grotenhermen Franjo /Milz Eva (Februar 2017): Cannabis, Arbeitshilfe für die Apotheke, 1. Aufl., Deutscher Apotheker Verlag.

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