Die Dosisfindung bei einer Cannabistherapie

Die Phase der optimalen Dosisfindung der cannabisbasierenden Medikamente kann über zwei Wochen dauern

Eine Übersicht über die Dosierung von Cannabis- Arzneien

Während der Einstellungsphase in einer Cannabistherapie können teils unangenehme Nebenwirkungen auftreten. Dabei müssen sich die Patienten ein wenig gedulden bis die richtige Dosierung der Arznei gefunden wurde. Die Häufigsten Nebenwirkungen dabei sind: Übelkeit, Schwindel, Nervosität, Benommenheit aber auch Herzrasen oder allgemeine Schwäche. Dabei spielt es keine Rolle für welche Art der Arznei man sich entscheidet. Die Nebenwirkungen können bei der Verwendung der ganzen Blüten, der Extrakte oder auch Fertigarzneien auftreten. Das Eintreten der Nebenwirkungen kann allerdings begrenzt oder eventuell sogar ausgeschlossen werden. Dafür sollte man mit einer niedrigen Dosis beginnen und diese langsam steigern. Denn bei einer zu raschen Dosissteigerung, und den damit verbundenen Nebenwirkungen, lehnt der/die betroffene Patient/in evtl. eine Therapie mit weiteren Cannabisarzneien ab, obwohl diese zu einer erfolgreichen Behandlung führen könnte. Wichtig ist auf jeden Fall die Kontrollbesuche bei dem Arzt/bei der Ärztin einzuhalten und nicht selbst an der Dosierung zu experimentieren. 

Die Erfahrung mit Cannabis kann helfen

Die Phase der optimalen Dosisfindung mit den beschriebenen Nebenwirkungen kann zwischen zwei und vier Wochen dauern. Cannabisbasierende Arzneimittel unterscheiden sich dabei nicht von anderen Arzneimitteln. Denn auch bei diesen kann sich die optimale Dosisfindung über Wochen ziehen und Patienten müssen gelegentlich eine Therapie aufgrund der Nebenwirkungen sogar beenden. Die Nebenwirkungen einer Cannabistherapie können bei den einen Patienten schon bei einer niedrigen Dosis auftreten und anhalten, bei Anderen wiederum treten selbst bei einer hohen Dosierung keine Nebenwirkungen auf. Eine Rolle bei der Verträglichkeit spielt dabei auch die (Vor-)Erfahrung mit Cannabis.

Die Dosierung von Cannabis Medikamenten

Die angepasste Tagesdosis von z.B. THC ist breitgefächert, schwankt erheblich und ist abhängig von der jeweiligen Indikation und natürlich dem Patienten. Es gibt Multiple Sklerose Patienten die eine Dosierung von 2,5mg THC täglich benötigen und andere die täglich 120mg THC zu sich nehmen.

Eine Übersicht zur optimalen Dosisfindung bei einer Cannabistherapie:

  • Die Eindosierung muss vor dem Beginn der Therapie genauestens mit der Ärztin/dem Arzt besprochen werden. Die Patientin/der Patient muss sich an die Vorgaben halten und sollte nicht ohne Absprache die Dosierung ändern. 
  • Wichtig ist eine einschleichende Dosierung,
  • Beginne mit 1-2 x 2,5 mg Dronabinol, 1 x 1 mg Nabilon oder einem Sprühstoß Sativex®.
  • alle 1-2 Tage um eine Einheit (2,5 mg Dronabinol, 0,5 mg Nabilon, 1 Sprühstoß Sativex®) erhöhen, bis die gewünschte Wirkung eintritt oder sich Nebenwirkungen bemerkbar machen.
  • Sollten Nebenwirkungen auftreten, dosiere um eine Einheit zurück.
  • die zugelassene maximale Tagesdosis von Sativex® liegt bei 12 Sprühstößen täglich.
  • die Tagesdosis Dronabinol liegt bei 5-30mg.
  • übliche Tagesdosen für Nabilon liegen bei 1-4mg.

Wenn du mehr über Dronabinol , Sativex® und deren genaue Dosierung lesen möchtest, lies dir die Cannabisblüten- und Extrakte sowie von Cannabisfertigarzneien durch. 

 

Quelle: Häußermann Klaus/ Grotenhermen Franjo /Milz Eva (Februar 2017): Cannabis, Arbeitshilfe für die Apotheke, 1. Aufl., Deutscher Apotheker Verlag.

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