Die Cannabissorten

die Unterscheidung der Cannabissorten
Diese in einer illegalen Berliner Kleinstplantage fotografierte Cannabispflanze steht am Beginn der Blütephase. Foto von Steffen Geyer aus Flickr

Cannabis in seiner Urform

Die Cannabispflanze ist eine Gattung innerhalb der Familie Canabaceae (Hanfgewächse), zu welcher zum Beispiel auch der Hopfen zählt. Sie wird in drei weitere Cannabissorten unterteilt. Cannabis sativa, Cannabis indica und Cannabis ruderalis. In diesem Beitrag geht es auch um indica vs. sativa. 

Cannabis sativa

Die einjährige Cannabispflanze Cannabis sativa ist wohl die berühmteste der Cannabissorten. Sie ist zweigeschlechtlich zweihäusig, das bedeutet es gibt weibliche und männliche Pflanzen. Allerdings enthalten nur die Blüten der weiblichen Pflanze den psychoaktiven Stoff THC. Cannabis sativa ist gekennzeichnet durch lange, schmal gezackte Blätter mit einem längeren Stil und einem hohen Wuchs (bis zu 7 m in der Natur). Sativa hat eine Reifezeit von 8-15 Wochen und ihr Geruch ist würzig süßlich. Sie wird meist verwendet um Marihuana herzustellen.

Die sativa Wirkung

Bei dem Konsum tritt eine psychedelische und kreativitäts-oder auch konzentrationsfördernde Wirkung im Sinne eine Stimulierung ein. Diese Stimulation wird als “high” sein bezeichnet. Im Gegensatz dazu steht die Sorte indica, deren Wirkung eher als “stoned” bezeichnet wird. 

Indoor Growing

Die Cannabissorte Sativa ist wegen ihrer aufheiternden und energiebringenden Wirkung bei den Konsumenten sehr beliebt. Doch beim Indoor Growing kann sich ihr Umgang als etwas schwierig erweisen, da sie sehr schnell in die Höhe wachsen und über 2m hoch werden kann. Aufgrund des schnellen Wachstums benötigt sativa eine stärkere Düngung als Cannabis indica und das Herunterbinden der Pflanze muss beherrscht werden. Außerdem bringt sie verhältnismäßig wenig Ertrag und die Wirkung ist oft weniger stark. In der Blütephase neigen die Pflanzen bei Lichtstörungen in der Dunkelheit schnell zu Hermaphrodie (Zwitter). “Hermies” sind meist weibliche Pflanzen, die während der Blüte männliche Pollen produzieren. Diese enthalten kein THC. Cannabis sativa eignet sich eher für Grower mit Erfahrung, Zeit und Geduld.

Moderne Züchtungen bieten mittlerweile Hybrid– Sorten, die Anteile von sativa und indica vereinen. 

Cannabis indica

Indica vs. sativa. Die Cannabissorte indica (indischer Hanf) unterscheidet sich zu sativa in der Form der Blätter, im Stamm und in den Sexualorganen. Indica ist niedriger (meist unter 2m), buschiger, die Blätter sind breiter und haben einen dickeren Stil. Außerdem hat die Pflanze einen in zwei Phasen gegliederten Lebenszyklus und blüht etwa 6- 9 Wochen. In der Zeit, wenn die Tage lang und die Nächte kurz sind, findet das Längen – und Breitenwachstum statt.  Das nennt man die lange Fotoperiode. Im Gegensatz dazu steht die kurze Fotoperiode. Hier stellt die Pflanze das Längen- und Breitenwachstum fast vollständig ein, um die Fortpflanzungsorgane wachsen zu lassen. Um Cannabis indica zum Blühen zu bringen, werden beide Phasen benötigt. Die Sorte indica diente bisher größtenteils zur Herstellung von Haschisch.

Die indica Wirkung

Die körperlichen Auswirkungen sind eher entspannend. Durch indica fühlt man sich in die couch gepresst (man beachte das Wortspielt :)) Viele Konsument*innen verwenden indica um herunterzufahren. Man geht davon aus, dass Terpene (u.a. Myrcen) zu diesem Effekt beitragen (Entourage-Effekt).

Indoor Growing

Da Cannabis indica sehr hohe Erträge bringt, schnell wächst und eine gute berauschende Wirkung hat wird sie gerne für´s Indoor Growing genutzt. Außerdem wird sie nicht so hoch wie die Sorte sativa. Cannabis indica hat eine süßliche Note und einen intensiven ätherischen Duft. Der Rauch hat einen würzigen Geschmack. Die Wirkung ist dabei sehr betäubend und versetzt den Konsumenten in einen Entspannungszustand. 

Cannabis ruderalis

Cannabis ruderalis ist eine wild wachsende, eher kleinwüchsige Hanfpflanze und wird oftmals nur 30-80 cm hoch. Sie blüht früher als sativa und indica und bildet kaum THC. Das Besondere ist, dass Cannabis ruderalis in jedem Pflanzenalter blühen kann. Sie ist also weniger abhängig von Phasen der Beleuchtung, und ist raues Klima gewöhnt. Des Weiteren kann die Pflanze von sich aus die Bildung von Blüten induzieren (Auto- Flowering). Wenn die Pflanze ein bestimmtes Reifestadium erreicht hat, beginnt sie Blüten zu bilden. Diese werden dann so lange erzeugt bis sie durch Umwelteinflüsse, etwa einen Wintereinbruch, abzusterben beginnt. Der komplette Lebenszyklus vom Keimen des Samens bis zur eigenen Samenbildung ist bei C. ruderalis extrem kurz mit gerade mal 10 Wochen. Andere Pflanzen benötigen dazu oft 12-14 Wochen. Diese Art wurde von Züchtern verwendet, um Gene für ein frühes Blühen in die anderen beiden Sorten einzukreuzen.

Indoor Growing

Aufgrund des niedrigen THC – Gehalts und somit der nur sehr schwachen berauschenden Wirkung, ist sie für die meisten Indoor Grower uninteressant. Im deutschen Gesetz ist allerdings geregelt: der Anbau von THC-haltigen Cannabispflanzen ist verboten. Somit käme nur der Anbau eine Cannabis ruderalis Pflanze in Frage. 

 

Weitere Beiträge über Cannabissorten: Medizinalcannabis und spezielle Growsorten.

Quelle und Kaufempfehlungen: Lizermann Lark- Lajon (2016): Der Cannabis- Anbau, der einfache Weg zum eigenen Homegrow, 7. Auflage, Nachtschatten Verlag . https://www.nachtschatten.ch/products/product_0555.html

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