Die Cannabisgeschichte vor 6000 Jahren

Es ist ein Cannabisstil mit Blättern und Blüten zu sehen. Die Cannabisgeschichte ist sehr alt und sehr interessant.
Die Cannabisgeschichte ist sehr alt. Foto: freek van der weijden auf Unspalsh.

Die Cannabisgeschichte ist sehr alt 

Vor mehr als 6000 Jahren war Cannabis in China schon weit verbreitet. Es diente zur Herstellung von Arzneien, Kleidung, Fischernetzen, zur Zubereitung schmackhafter Nahrung und als Lampenöl. Das machte die Pflanze für die Chinesen so wertvoll, dass sie diese als göttliche Pflanze bezeichneten. Vor allem aber wegen der Eigenschaft zur Behandlung gereizter Haut oder als Schmerzmittel wurde sie als Medikament genutzt. 2700 v. Chr. wurde Cannabis das erste Mal schriftlich, in einem dem Kaiser Shén – nung zugeschriebenem Arzneibuch, als Heilmittel erwähnt. Cannabis dient den Menschen also schon sehr lange als wirkungsvolle Arznei.

Und in einem ebenfalls knapp 2700 Jahre alten chinesischem Grab wurde ein ausschließlich mit stark psychoaktiven Cannabisblüten gefüllter Behälter als Teil der Grabbeigabe entdeckt. Hätten man den Vorfahren der heutigen Chinesen erzählt, dass ein paar tausend Jahre später in einigen Teilen von China die Todesstrafe auf den Besitz und den Konsum von Cannabis steht, sie hätten sich wahrscheinlich sehr gewundert. 

Wie kam das Cannabis nach Europa? 

Vermutet wird, dass sich der Gebrauch von Cannabis in West- und Südasien durch die Nomaden verbreitet hat, bis es schließlich durch verschiedene Gezeiten und Umstände nach Europa und weiter nach Amerika gelangte. Hauptsächlich wurde es im 16. Jahrhundert als Nutzpflanze verwendet, doch auch weiterhin als Arznei. Ursprünglich kommt Cannabis angeblich aus Kasachstan. Zumindest die „Ur-Cannabis-Pflanze“, Cannabis ruderalis. Doch ihrer Widerspenstigkeit und der Möglichkeit unter fast allen Bedingungnen wie Unkraut zu wachsen, haben wir es zu verdanken, dass sich Cannabis nahezu auf der ganzen Welt ausbreitete. 

Weiter geht die Cannabisgeschichte in das 9. Jahrhundert

Aus mittelalterlichen Rezepturen ab dem 9. Jahrhundert geht hervor, dass bereits der Saft von Cannabis zur Behandlung von Ohrenschmerzen, Schmerzen und Geschwüre der weiblichen Brust sowie als wirksames Gegenmittel gegen den Biss giftiger Tiere und als Antiaphrodisiakum eingesetzt wurde. Bei sehr vielen Geburten wurde Cannabis als Schmerzmittel eingesetzt. 

Im Jahre 812 beschrieb Karl der Große in seiner Landgüterverordnung den Umgang mit Hanf. Damals diente das Kraut zur Herstellung von Seilen und stabiler Kleidung. Auch Hildegard von Bingen bezeichnete Hanf als Heilpflanze und bediente sich an deren heilenden Wirkungen, z.B. zur Verdauungsförderung oder bei Kopfschmerzen. Sie behandelte sich angeblich sogar selbst mit Hanf. Doch sie erkannte wohl, dass durch die psychoaktive Wirkung der Hanf nicht für jede*n Patient*in verwendet werden kann. „Bei Kranken verstärkt es die Kopfschmerzen, doch den Gesunden schadet es dagegen nicht.“ Eine ähnliche Aussage traf der Arzt Galen im 2. Jahrhundert n. Chr.

Wann wurde Cannabis vom Nutz- zum Rauschmittel? 

Die Nutzung von Cannabis als Rauschmittel begann relativ spät in der Cannabisgeschichte, und vermutlich wurde Hanf in Europa sogar noch vor der Einführung des Tabakrauchens geraucht. Kreuzfahrer aus dem Osten (11.-13. Jahrhundert) und später die Soldaten aus den napoleonischen Kriegen führten den Gebrauch von Hanf als berauschendes Mittel ein. Die Menschen benötigten die Pflanze nicht mehr um Kleider und Taue herzustellen oder um sich ausgewogen und gesund zu ernähren. Die Industrialisierung und Forschung sorgte dafür, dass Cannabis als lebensnotwendiger Rohstoff immer mehr verdrängt wurde und sich die Pflanze fast nur noch als Droge in der Gesellschaft verbreitete. 

Befestigt wurde die „Droge“ allerdings erst Mitte des 19. Jahrhunderts von einer Gruppe Künstler, Wissenschaftler und Literaten die zu dem Club der Pariser Haschischesser gehörten. Anschließend, zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzen immer mehr mexikanisch- amerikanische Arbeiter und Musiker in New Orleans (USA), Cannabis als Rauschmittel ein und von dort aus verbreitete sich die Nutzung von Cannabis als Droge weltweit.

Dabei hat Pflanze einen sehr friedlichen Hintergrund in der Cannabisgeschichte, wenn man bedenkt, dass es bei vielen rituellen Vertragsunterzeichnungen und Friedensbekundigungen eingesetzt wurde. Zum Beispiel bei der Verwendung als Friedenspfeife. Und trotz all dieser positiven Wirkungen und dieser interessanten Cannabisgeschichte, wendete sich das Blatt für die heilende Pflanze. 

Das ist eine grobe Zusammenfassung der Cannabisgeschichte, wie sie überliefert wurde. Ich finde es sehr interessant, wie Cannabis unseren Vorfahren dienlich war, ja dass ein Leben ohne diese Pflanze eigentlich gar nicht möglich war. In meinen weiteren Beiträgen zu diesem Thema erfährst du, wie Cannabis zur Arznei wurde und anschließend zur illegalen Droge.

Hoffentlich schreiben wir die Geschichte bald weitet mit dem Titel: Wie Cannabis in Deutschland wieder legal wurde.

 

Quelle: Häußermann Klaus/ Grotenhermen Franjo /Milz Eva (Februar 2017): Cannabis, Arbeitshilfe für die Apotheke, 1. Aufl., Deutscher Apotheker Verlag. 

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