Die Cannabinoide – THC und CBD

Die unterschiedlichen Cannabinoide der Cannabispflanze werden derzeit stark erforscht. Foto: gio-bartlett-yK-H5j-hGdE-unsplash

Gehen wir den Cannabinoiden auf den Grund

Für die meisten Menschen ist THC schon lange ein bekannter Begriff. Es hat irgendwie und irgendwas mit Cannabis zu tun, das ist klar. Grower*innen und Konsumenten verbinden viel positives mit THC, denn es ist der Grund für ihren Konsum. Und dann gibt es auch CBD. Der Begriff CBD wird derzeit auch immer bekannter, in Verbindung mit medizinischem Cannabis und im Allgemeinen mit positiven gesundheitlichen Aspekten. CBD Produkte kann man in Apotheken kaufen, in Drogerien und immer mehr Menschen. nutzen es. Doch was genau ist nun THC und CBD? Und in welchem Zusammenhang stehen sie mit Cannabis?

Was sind Cannabinoide? 

THC, sowie CBD sind Cannabinoide. Vereinfacht gesagt sind Cannabinoide Stoffe, die neben Terpene und Trichome in der Cannabispflanze vorkommen und beim Konsum der Pflanze bestimmte Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben. Es gibt über 100 verschiedene Cannabinoide, aber die bekanntesten und auch best erforschtesten sind derzeit THC und CBD. 

Im Jahr 1987 wies eine israelische Arbeitsgruppe nach, dass es im menschlichen Körper Bindungsstellen gibt, an diese das THC andocken können. Das bedeutet, THC kann auf unseren Körper und deren Funktionen einwirken. Positiv wie auch negativ. Im Jahr 1990 gelang es schließlich, die chemische Struktur der ersten Cannabinoidrezeptoren zu entschlüsseln. Sie können sich an  bestimme Rezeptoren des menschlichen Körpers andocken, und Vorgänge z.B. im Nervensystem oder Zellvorgäne beeinflussen. Mehr dazu kannst du im Beitrag Endocannabinoidensystem nachlesen.

Tetrahydrocannabinol

Tetrahydrocannabinol, kurz THC  sorgt in dem menschlichen Körper für die berauschende Wirkung beim Cannabiskonsum. Es wirkt dabei aber nicht schädigend auf die Nerven und Zellen wie z.B.  Alkohol oder andere Drogen. THC schafft durch Stimulation der Hirnzellen, die Dopamin abgeben, Euphorie. Es kann aber auch dafür sorgen dass der Konsument sich schlecht fühlt und in einen „Gedankenstrudel“ gerät. Es kann also stark auf die Psyche einwirken, was in manchen Fällen die Absicht hinter dem Konsum ist. Das Cannabinoid THC soll folgende positive Eigenschaften haben, die sich die Medizin zu Nutze macht: 

  • Minderung neuropathischer und entzündungsbedingter Schmerzen
  • Verbesserung von Spastizität
  • Linderung von Übelkeit und Erbrechen
  • Senkung des Augeninnendrucks
  • Erleichterung des Schlafes
  • appetitanregend
  • Verminderung von Muskelkrämpfen 
  • hemmende Wirkung auf die Ausbreitung von Krebszellen

Cannabidiol

Cannabidiol, kurz CBD genannt, hat keinerlei berauschende Wirkungen. Das macht den Konsum sicherer und auch verträglicher. CBD reiches Cannabis darf aufgrund des niedrigen THC Gehaltes legal angebaut werden. Des Weiteren können CBD- haltige Öle, Cremes oder Kapseln in Apotheken, Drogerien und weiteren Läden gekauft werden, die Gesundheitsprodukte oder Kosmetik verkaufen. Bei Gelenkentzündungen oder Rückenschmerzen, kann ein CBD- haltiges Öl, dass man auf die schmerzende Stelle gibt, Wunder wirken. Lies hier den Unterschied zwischen Cannabisöl, CBD-Öl und Hanföl. 

Diesem Cannabinoid werden ganz besondere gesundheitliche Wirkungen nachgesagt, ohne dabei zu berauschen: 

  • entzündungshemmend
  • schmerzstillend (u. a. über eine Aktivierung der sogenannten Vanilloid-Rezeptoren),
  • beruhigend
  • antipsychotisch und angstlösend
  • hemmende Wirkung auf die Ausbreitung von Krebszellen
  • antioxidative Eigenschaften können  Zellen und Erbgut vor negativen Einflüssen schützen

Weitere Cannabinoide

Die Forschungen in den USA und Israel laufen derzeit auf Hochtouren. Die Forscher und Mediziner wollen genauer erfahren welche tatsächliche Wirkung die Cannabispflanze auf den menschlichen Körper hat und welche medizinischen Fortschritte gemacht werden können. Daher werden folgende Cannabinoide derzeit genauer unter die Lupe genommen: Cannabichromen -CBC, Cannabinol – CBN, Cannabigerol -CBG, Tetrahydrocannabivarin- THCV.

Auch sie wirken im Einzelfall oder kombiniert wie folgt: 

  • antibakteriell
  • appetitanregend
  • entzündungshemmend
  • beruhigend
  • schmerzlindernd
  • krampflösend
  • antidepressiv
  • zellregenerierend 

Eine sehr viel versprechende Sorte in der Medizin, ist Pedanios 22/1. Sie beinhaltet 22% THC und 1% CBD. Die Sorte kann für viele unterschiedliche Krankheitsbilder eingesetzt werden, findet aber vor allem ihre Verwendung bei Schmerzen und Phantonschmerzen. Die Cannabinoide sind sehr gut aufeinander abgestimmt. Das CBD hebt die negativen Erscheinungen von dem THC auf und macht die Sorte somit zu einem Tagesbegleiter. 

Quelle: Häußermann Klaus/ Grotenhermen Franjo /Milz Eva (Februar 2017): Cannabis, Arbeitshilfe für die Apotheke, 1. Aufl., Deutscher Apotheker Verlag. Techniker Krankenkasse

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