Die Begleiterhebung

Das Gesetz verpflichtet zu der Bearbeitung einer Begleiterhebung. Foto: helloquence-OQMZwNd3ThU-unsplash

Was ist das Ziel der Begleiterhebung? 

Das Ziel der Begleiterhebung ist es, genaue Informationen über die Anwendungsmöglichkeiten von Cannabis als Medikament zu erlangen. Diese Informationen sollen dann später in Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses nach §92 SGB V einfließen. 

Was genau ist die Begleiterhebung

Das neue Gesetz, welches 2017 in Kraft getreten ist und es Ärzten erleichtert Cannabis als Arznei zu verschreiben, ging auf die Kosten der gesetzlichen Krankenkassen. Somit wurde das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ebenfalls mit einem neuen Gesetz beauftrag. Jeder Arzt muss eine eine Begleiterhebung zur Anwendung von Cannabisarzneien einreichen.

Sobald von der gesetzlichen Krankenkasse eine Therapie mit Cannabis als Medikament genehmigt wird, ist die Teilnahme an der Begleiterhebung verpflichtend. Der behandelnde Arzt muss vor der Verschreibung seinen Patienten über die Durchführung der Begleiterhebung informieren. Das geschieht über ein Informationsschreiben, dass die BfArM erstellt hat. Dieses Schreiben wird vor Therapiebeginn von dem behandelnden Arzt an den Patienten ausgehändigt. Anschließend überliefert er die erforderlichen Daten in anonymisierter Form an das BfArM. Die Übermittlung der Daten zur Begleiterhebung erfolgt über ein Onlineportal. Die anschließende Datenerhebung erfolgt allerdings erstmals nach einem Jahr oder nach Beendigung der Therapie, wenn dieser Zeitpunkt vor Ablauf eines Jahres liegt.

 

Welche Daten werden bei der Begleiterhebung übermittelt?

1. Das Alter zum Zeitpunkt des Therapiebeginns und das Geschlecht des Patienten.
2. Die Diagnose gemäß dem Diagnoseschlüssel. 
3. Die Dauer der Erkrankung oder Symptomatik.
4. Außerdem Angaben zu vorherigen Therapien, einschließlich der Beendigungsgründe wie mangelnder Therapieerfolg, unverhältnismäßige Nebenwirkungen, Kontraindikation.
5. Weitere Angaben: ob eine Erlaubnis nach § 3 Absatz 2 des Betäubungsmittelgesetzes zur ärztlich begleiteten Selbsttherapie mit Cannabis vorlag und ob von dieser Gebrauch gemacht wurde.
6. Die Fachrichtung des verordnenden Arztes. 
7. Die genaue Bezeichnung der verordneten Leistung.
8. Die Dosierung, einschließlich Dosisanpassungen, und Art der Anwendung der verordneten Leistung.
9. Die Therapiedauer mit der verordneten Leistung.
10. Angabe parallel verordneter Leistungen.
11. Die Auswirkung der Therapie auf den Krankheits- oder Symptomverlauf.
12. Angaben zu Nebenwirkungen, die während der Therapie mit verordneten Leistungen auftraten.
13. gegebenenfalls Angabe von Gründen, welche die Beendigung der Therapie begünstigten.
14. Angaben zur Entwicklung der Lebensqualität des Versicherten. 

 

 

 

Quelle: https://www.bfarm.de/DE/Bundesopiumstelle/Cannabis/Begleiterhebung/_node.html

 
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