Der Entourage-Effekt

die satten grünen Blätter einer Cannabispflanze sind zu sehen. Sie sind verantwortlich für den Begriff "Entourage-Effekt".
Der Entourage-Effekt beschreibt die verstärkte positive Wirkung der Cannabinoide in Verbindung mit Terpenen. Foto: Roberto Valdivia auf Unsplash.

Hergeleitet wurde der Begriff  „Entourage“ aus dem Französischen und bedeutet „Umgebung, Umkreis“. Damit gemeint sind Leute, die zum engen Umfeld einer Person gehören und die Gefolgschaft bilden. So, das ist ja interessant. Doch wie genau hängt das mit der Cannabispflanze zusammen? Und was bedeutet der Entourage-Effekt? Für ein genaueres Verständnis zum Thema Entourage-Effekt, muss man erstmal verstehen, welche wichtigen Stoffe sich in der Cannabispflanze befinden, was sie bewirken und wie sie sich ergänzen. 

1. Cannabinoide

Cannabinoide sind chemische Verbindungen, die im menschlichen Körper vorkommen und bestimmte Aufgaben erfüllen. Der Mensch hat unter anderem auch Cannabinoid-Rezeptoren in sich, an diese sich die Cannabinoide andocken. Somit beeinflussen sie zum Beispiel die Freisetzung von Neurotransmittern im Gehirn. Die Cannabispflanze beinhaltet ebenfalls Cannabinoide, die Phytocannabinoide. Diese kann der Mensch durch den Konsum von Cannabis aufnehmen und sie wirken dann im Körper, in dem sie sich ebenfalls an die Cannabinoid- Rezeptoren heften. So wie es die körpereigenen Cannabinoide tun. Dieser Ablauf ist sehr komplex, für eine genaue Erklärung lies dir den Beitrag das Endocannabinoidsystem durch.

THC und CBD sind Cannabinoide die in der Cannabispflanze vorkommen und den menschlichen Körper mit ihren Wirkungen positiv beeinflussen können. Neben ihnen gibt es aber noch über 120 weitere Cannabinoide, deren Wirkung gerade erforscht wird. CBD, das wohl derzeit bekannteste Cannabinoid wirkt z.B. entzündungshemmend, schmerzstillend, beruhigend, angstlösend und es hemmt die Entstehung von Krebszellen. 

2. Terpene

Terpene sind organische Stoffe die in fast allen Pflanzen vorkommen. Als chemische Verbindung werden sie von den Pflanzen gebildet, und sind dann für unterschiedliche Aufgaben zuständig. Terpene bilden zum Beispiel den typischen Duft der Nadelbäume, der Pfefferminzpflanze und auch den von Cannabis. Die Pflanzen nutzen die Terpene z.B. um Insekten anzulocken und sie zur Bestäubung anzuregen. Nadelbäume nutzen Terpene um andere Bäume vor einem Pilz oder Ähnlichem zu warnen, somit entsteht ihr charakteristischer Geruch. Terpene sind also eine Art Kommunikationsmittel. In der Cannabispflanze kommen ungefähr 200 verschiedene Terpene vor. Sie sind für den typischen Geruch und Geschmack der Pflanze verantwortlich. 

Terpene sind wichtige Bestandteile in der Cannabispflanze. Für die Pflanze und den Menschen. Foto: jonathan olsen koziol auf Unsplash.
Terpene sind wichtige Bestandteile in der Cannabispflanze. Für die Pflanze und den Menschen. Foto: jonathan olsen koziol auf Unsplash.

Terpene in der Cannabispflanze

Mycren

Das am häufigsten vorkommende Terpen in der Cannabispflanze ist Mycren. Es hat ein erdiges und kräuterartiges Aroma, ähnlich wie das von Nelken. Viele andere Pflanzen enthalten Mycren wie zum Beispiel Hopfen, Zitronengras, Lorbeerblätter, Eisenkraut, Eukalyptus, wilder Thymian, Ingwer, Weihrauch oder Zitronengras.Es wirkt: schlaffördernd, schmerzstillend, entzündungshemmend und beruhigend. Hierbei sind Mycren in erster Linie ein natürliches Insektizid, das von Pflanzen zur Abwehr eingesetzt wird.

Limonen

Das Monoterpen Limonen hat ein starkes zitrusartiges Aroma wie es bei Orangen, Limetten und Zitronen vorkommt. Das ätherische Öl der Orange besteht sogar aus 90% Limonen, jenes der Zitrone im Vergleich aus 65%. Ebenso lassen sich die Limonen auch in Kümmel, Dill, Koriander und Wacholder finden. Limonen können im Zusammenspiel mit CBD zu einer Reihe von Entourage-Effekten führen. Besonders zur Herstellung der inneren Balance und zur Stimmungsaufhellung. 

Βeta-Caryophyllen

Dieses Terpen hat einen scharfen, pfeffrigen Geruch und ein würziges, holziges Aroma. Es kommt auch vor in: schwarzem Pfeffer, Nelken, Zimt, Kümmel und Basilikum. Aufgrund seiner starken Interaktion mit CB2-Rezeptoren kann es sogar als Cannabinoid mit großem therapeutischem Potential angesehen werden und kann bei Magenthematiken, entzündlichen Erkrankungen der Haut und des Bewegungsapparates hilfreich sein.

Pinen

Pinen zählt zu einem weit verbreiteten Terpen in der Pflanzenwelt. Es kommt in Nadelhölzern (Fichte, Tanne etc.) und vielen anderen Pflanzen vor. Pinen erinnert an den Duft von Nadelbäumen. Das Terpen wird mit einer entzündungshemmenden, bronchienerweiternden Wirkung verbunden und kann die Gedächtnisleistung steigern.

Linalool

Linalool befindet sich in vielen ätherischen Ölen, und ist auch in Lavendel zu finden. Es riecht süßlich, blumig. Es ist unter anderem auch im Koriander, Hopfen, Muskat, Ingwer, Zimt, Majoran, Thymian, Basilikum und Lavendel zu finden. Mücken und Motten mögen den Duft gar nicht, daher ist es ein natürlicher Inhaltsstoff in Anti-Mücken-Mitteln und Mottenkugeln. Linalool wirkt angstlösend und entspannend. 

Neben diesen wichtigen Terpenen, befinden sich folgende noch in der Cannabispflanze: 

  • Terpineol ein Flieder- und Blumenblütenaroma
  • Delta-3-Karen in ätherische Öle wie Zypressenöl, Wacholderbeerenöl und Tannennadeln
  • Terpinolen – die Terpe aus Salbei und Rosmarin
  • Phellandren – Pfefferminzduft und leichter Hauch von Zitrusfrüchten
  • Humulen – Pfeffer- und Dillöl
  • Nerolidol aus dem Ingwer und aus Citronella
  • Alpha-Bisabolol kommt in der Kamille vor
  • Beta-Elemen aus der Zitwerwurzel (einer Art Ingwer)
  • Alpha-Eudesmol besitzt einen süßen, holzigen Geruch
  • Valencen aus der Valencia-Orange mit Zirtusaromen 

Quelle für die Terpenen Auflistung: CBD Vital Magazin

Doch, die Terpene wirken nicht im Alleingang. Ihre Arbeit ist dich gekoppelt mit der, der Trichome

3. Chemische Verbindungen wie Flavonoide 

Die Cannabispflanze beinhaltet noch ca. 200 verschiedene chemische Verbindungen. Darunter die der Flavonoide.

Flavonoide sind sekundäre Pflanzenstoffe. Diese sind wiederum Substanzen, die von den Pflanzen als Abwehr-, Farb-, Duft- und Geschmacksstoffe sowie als Wachstumsregulatoren produziert werden. Flavonoide sind dabei der Farbstoffe der Natur. Sie färben zum Beispiel einen Apfel rot oder eine Aubergine violett. Diese sekundären Pflanzenstoffe haben sehr positive Wirkungen auf uns Menschen. Sie wirken sich positiv auf das Immunsystem und auf das Herz-Kreislauf- System aus, sie wirken entzündungshemmend und können die Entstehung von Krebszellen verhindern. 

Was hat das alles mit dem Entourage-Effekt zu tun? 

Der Begriff Entourage-Effekt stammt aus der Cannabis Forschung. Vorher gab es diesen Begriff gar nicht. Er beschreibt den positiven Effekt, den verschiedene Stoffe auf den Körper haben, wenn man sie miteinander kombiniert. Einzeln, als Reinstoff verabreicht, ist der therapeutische Nutzen der Stoffe sehr viel geringer. Daher solltest du auch z.B. beim Kauf von CBD Öl darauf achten, dass du ein reines oder ein vollspektrum Öl wählst. Dieses beinhalten alle Inhaltsstoffe der Cannabispflanze, vor allem die Cannabinoide UND die Terpene. Denn diese beiden wirken kombiniert erst richtig gut. Vorsicht: CBD-Öl ist nicht zu verwechseln mit Cannabisöl. 

Was bedeutet das?

Das bedeutet, der Entourage-Effekt beschreibt die positive optimierte Wirkung, die Cannabinoide in Verbindung mit den Terpenen auf den menschlichen Körper haben. Denn in Kombination haben diese Substanzen eine höhere biologische Aktivität. 

Terpene verstärken die Wirkung der Cannabinoide indem sie

  • die Aufnahme von CBD (und THC) verbessern,
  • eventuelle Nebenwirkungen mildern,
  • die Verfügbarkeit im Körper regulieren,
  • Wirkungen verstärken und,
  • bakterielle Schutzmechanismen überwinden.

Wichtig für die beste Wirkung:

Du solltest darauf achten, die Cannabinoide und Terpene bestmöglich zu kombinieren, denn im Alleingang wirken sie nicht. Daher ist es auch beim medizinischen Cannabis äußert wichtig zu wissen, welche Terpene sich in welchem Verhältnis in dieser Cannabissorte befinden. Denn jedes einzelne Terpen wirkt mit den Cannabinoiden. CBD reiches Cannabis ist also nicht gleich CBD reiches Cannabis. Ausschlaggebend ist dabei das Terpenenprofil, denn daraus kann erschlossen werden, wie das Cannabis tatsächlich wirkt. 

 

 

Quelle:   CBD Vital Magazin , Utopia 

Verfasst von
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