Das Endocannabinoidsystem

Die Wirkung von Cannabis auf den Menschen

Das Endocannabinoidsystem übt im zentralen Nervensystem des Menschen und in vielen anderen Organen wichtige biologische Funktionen aus.

Das Wort “Endo” ist lateinisch und heißt übersetzt “innen” oder”körpereigen”. Das bedeutet, der menschliche Körper produziert selbst Cannabinoide. Jedes dieser Cannabinoide beginnt je nach Funktion an einen bestimmten Punkt im Körper zu wandern und heftet sich dabei an einen so genannten Rezeptor. Einen solchen Rezeptor besitzt jede einzelne Zelle im Körper und ist wie eine Andockstelle zu verstehen. An diese Andockstelle binden sich neben den Cannabinoiden außerdem noch weitere Substanzen. Somit wird ein Prozess in Gang gesetzt (z.B. die Zellteilung) und Informationen werden im Körper ausgetauscht.

CB1 und CB2 Rezeptoren

Derzeit unterscheidet man lediglich zwischen den CB1 (Nervensystem) und den CB2 (Immunsystem) Rezeptoren. Es gibt zwar noch Weitere, die allerdings nicht gut erforscht sind. 

Das Interessante dabei ist, dass sich an diese Rezeptoren nicht nur die körpereigenen Cannabinoide binden können, sondern auch Phytocannabinoide. Diese befinden sich in der Cannabispflanze, und sind die Cannabinoide THC, CBD und weitere. Das erklärt warum die Cannabispflanze den Menschen beeinflussen kann, ohne dabei Nerven zu schädigen, wie das z.B. bei Alkohol der Fall ist. Sie wirkt einfach auf das humane Endocannabinoidsystem. 

Der Vorgang im Endocannabinoidsystem 

Das Cannabinoid, z.b. THC dockt an einen Rezeptor an und setzt somit seine Wirkung frei. Diesen Effekt will sich die Medizin zu Nutze machen, und macht es schon teilweise. Wie viele Cannabinoide es tatsächlich gibt und welche Effekte sie schlussendlich auf den menschlichen Körper haben, wird derzeit stark in den USA und Israel erforscht.

Sieh dir das beigefügte Video, zur bildlichen Erklärung an. 

Weitere Funktionen der Endocannabinoide

Die Hauptfunktion des Endocannabinoidsystems besteht in der Hemmung der Freisetzung anderer Neurotransmitter. Bei Erkrankungen macht sich der Körper dieses Signalsystem durch eine bestimmte Beeinflussung zu Nutze. Das kann z.B. durch eine Hemmung des Abbaus von Endocannabinoiden oder auch durch die externe Zufuhr pflanzlicher Cannabinoide sein. Diese binden sich dann an Cannabinoidrezeptoren oder beeinflussen die Konzentration von Endocannabinoiden.

Cannabinoide im Zentralnervensystem

Das Endocannabinoidsystem

  • spielt im Gehirn eine Rolle bei Angst und Depressionen.
  • wirkt mit bei der Neubildung von Nervenzellen.
  • steuert mitunter das Belohnungssystem des Gehirns, und hat damit einen Einfluss auf die Abhängigkeitsentwicklung.
  • beeinflusst unsere kognitive Leistungsfähigkeit, die Lernfähigkeit und das Gedächtnis.

In diesem Zusammenhang wird die Auslöschung unangenehmer Erfahrungen durch das Endocannabinoidsystem bei der Therapie für posttraumatische Belastungsstörungen genutzt. Die Wirkungen von Endocannabinoiden im Gehirn werden vor allem über CB1- Rezeptoren vermittelt. Doch eine der wichtigsten Funktionen des Endocannabinoidsystems im Gehirn ist die Regulation eines Systems, das der Stressbewältigung dient.

Cannabinoide im Magen- und Darm Bereich

Endocannabinoide regulieren nahezu alle gastrointestinalen Funktionen im menschlichen Körper. Auch auf Nervenzellen, Zellen der Schleimhaut, der Enterozyten, der Drüsenzellen und der Immunzellen des Magen- Darm- Trakts befinden sich reichlich Cannabinoid-Rezeptoren.

Cannabinoide im Immunsystem

Endocannabinoide sind an der Kommunikation zwischen verschiedenen Immunzellen wie B- und T- Lymphozyten beteiligt. Sie beeinflussen die Produktion von Botenstoffen im Immunsystem. Zellen des Immunsystems verwenden vor allem CB2-Rezeptoren, und weniger CB1-Rezeptoren.

Die Entstehung von Krebszellen

Körperzellen haben nur eine bestimmte Lebensdauer. Somit ist der menschliche Körper kontinuierlich damit beschäftigt Millionen von neuen Körperzellen zu produzieren und alte abgestorbene Zellen abzubauen. Um die produzierten Zellen für die verschiedenen Funktionen im Körper zu verwenden, oder eben alte und überflüssige Zellen abzubauen werden die Endocannabinoide benötigt und auch benutzt. Diesen Prozess stört  allerdings  eine ungesunde Lebensweise, schlechte Luft, unnatürliche/ungesunde Lebensmittel, Konsumstoffe, Stress, aber auch belastete Erbanlagen und weitere Umstände. Somit können die Cannabinoide nicht wie vorgesehen zu den Rezeptoren gelangen. Wenn das geschieht, hat der Körper Zellen, die er nicht abbauen oder verwenden kann. Diese übrig gebliebenen Zellen können sich evtl. sogar vervielfältigen. Und dadurch entsteht Krebs.

Es lässt sich derzeit nur erahnen, welch immenser medizinischer Durchbruch es wäre, wenn gezielt die erforderlichen Cannabinoide an die Rezeptoren von Krebszellen angedockt werden und diese somit abgebaut würden.

 

Quelle: Quelle: Häußermann Klaus/ Grotenhermen Franjo /Milz Eva (Februar 2017): Cannabis, Arbeitshilfe für die Apotheke, 1. Aufl., Deutscher Apotheker Verlag.

Verfasst von
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