Cannabis verarbeiten

Cannabis weiterverarbeiten, nach der Ernte kann man einiges aus Cannabis machen. Hier sind ein Cannabisblüten zu sehen, ein grünes Getränk und Butter.
Cannabis weiterzuverarbeiten ist nicht schwer.

In dem Beitrag über die Ernte der Cannabisblüten kannst du nachlesen, wie du die Blüten richtig, und vor allem zum richtigen Zeitpunkt, erntest. Nachdem du das gemacht hast, und die Blüten getrocknet sind, kannst du sie entweder rauchen bzw. vaporisieren, oder du kannst das Cannabis verarbeiten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten das Cannabis haltbar zu machen und zu veredeln. Damit holst du das Beste aus deinem selbst angebauten Cannabis heraus.

Cannabis verarbeiten durch fermentieren

Wenn du dein Cannabis verarbeiten möchtest und das einfach und schnell, ist das fermentieren ist eine Möglichkeit. Mit der Fermentierung wird das Cannabis länger haltbar und veredelt. 

Wenn du dein Cannabis fermentieren möchtest, dann solltest du das gleich nach dem Trocknen machen. Es ist wichtig, dass sie Blüten noch ein bisschen feucht sind und nicht ganz durch getrocknet. Das ist nach ca. 7 sieben Tagen, nachdem du sie zum Trocknen auf gehangen hast. Das ist wichtig, denn in den noch leicht feuchten Blüten befinden sich die Fermentierungsenzyme, die noch aktiv und wichtig sind. Die Blüten enthalten Chlorophyll, was ihnen zwar die schöne grüne Farbe verleiht, das aber beim Rauchen eher unangenehm schmeckt und im Hals kratzt. Durch das Fermentieren werden die Enzyme der Cannabispflanze dazu angeregt, das Chlorophyll abzubauen. Das bedeutet: die Fermentierung dient neben dem Haltbarmachen  auch der Geschmacksverbesserung und sorgt für einen angenehmeren Konsum. Um qualitativ hochwertiges Cannabis zu erhalten, ist eine Fermentierungszeit von mindestens vier Wochen erforderlich. Du kannst die Blüten aber auch acht Wochen fermentieren lassen.

Der Fermentierungsprozess

Das Verfahren um Cannabis zu fermentieren ist ganz einfach. Du legst die getrockneten Blüten in ein Einmachglas, verschließt dieses luftdicht, und stellst das Glas an einen absolut dunklen Ort (z.B in einen Schrank). Die Lagertemperatur sollte 25°C betragen. In den ersten zwei Wochen öffnest du das Glas täglich für ca. 15-20 Minuten, und schüttelst die Blüten darin ein wenig. Somit kann die restliche Feuchtigkeit entweichen. Mache immer wieder eine Geruchsprobe, ob dir ein modriger oder schimmliger Geruch auffällt. Wenn ja, dann schau nach ob du irgendwo eine mit Schimmel befallene Stelle siehst. Dann solltest du die Blüten nicht rauchen und musst sie entsorgen. Aber bei getrockneten Blüten passiert das eher nicht. Verschließe das Glas nach dem Lüften unbedingt wieder luftdicht, und stelle es zurück an den dunklen Ort. Dir wird auffallen, dass die Blüten von Zeit zu Zeit an Farbe verlieren. Dann weißt du, dass das Fermentieren richtig verläuft.

Um diesen Prozess zu unterstützen, kannst du auch kleine, speziell für diesen Gebrauch hergestellte Salzpäckchen verwenden. Du legst diese einfach mit in das Glas. Die Säckchen sorgen dafür, dass eine stetige Luftfeuchtigkeit von z.B. 62% herrscht. Ein Beispiel dafür, sind die Humidipak von der Firma Boveda.

Nach zwei Wochen der Fermentierung öffnest du das Glas nur noch für fünf Minuten täglich. Nach vier bis sechs Wochen der Fermentierung, ist die höchstmögliche Qualität erreicht. Dein Cannabis ist fertig, duftet und schmeckt gut und kratzt nicht im Hals während des Konsums. Herrlich…..

Die Lagerung der Cannabisblüten

Bewahre das fertige Cannabis (ob fermentiert oder nicht), in Gläsern an einem dunklen Ort auf, oder verpacke es in luftdichte Gefrierbeutel. Die Lagertemperatur sollte ca. 20°C betragen. So kannst du dein Cannabis mindestens sechs Monate lagern, ohne dass es an Qualität verliert. Solltest du allerdings so viel Cannabis geerntet haben, dass die Menge länger als sechs Monate reicht, dann kannst du es im Gefrierfach lagern. Dabei ist allerdings wichtig, dass die Blüten wirklich ganz trocken sind.

Nun erfährst du, wie du noch dein Cannabis verarbeiten kannst, sodass es nicht nur die Form sondern auch die Farbe ändert.

Cannabis verarbeiten zu Haschisch

Eine weitere Möglichkeit wie du das Cannabis weiterverarbeiten und haltbar machen kannst, ist die Herstellung von Haschisch. Haschisch ist eine bräunlich-schwarze Masse, die meist zu Blöcken oder Platten gepresst ist. Es besteht aus den extrahierten Harzdrüsen der Cannabispflanze und die Herstellung dient unter anderem wunderbar dazu, Blätter- und Blütenreste vollständig zu verwerten. Haschisch ist sehr viel kompakter als Blüten, es ist konzentrierter und hat auch meist eine stärkere Wirkung. Allerdings schmeckt es nicht so gut, wie die reinen Blüten. Aber das ist natürlich Geschmacksache. Vor dem Konsum muss das Haschisch erwärmt werden. Das machst du, indem du ein Feuerzeug an das Haschisch hältst, und dann kleine Mengen von dem Block löst.

Es gibt unterschiedliche Methoden, wie du dein Haschisch selbst herstellen kannst. Eine sehr kostengünstige, für eine kleine Menge und eine Methode die höhere Anschaffungskosten beinhaltet, sich aber gut eignet für größere Mengen (50-800 Gramm).

Dein Cannabis weiterverarbeiten kannst du, indem du es zu Haschisch herstellst. Ein gepresster Brauner Block, wie hier im Bild zu sehen.
Haschisch. Foto: Hakuna Matata auf Unsplash.

Methode 1: Hand Hash Maker

Hier benötigst du erstmal einen Haschmaker, also einen so genannten Pollenshaker. Diese gibt es in unterschiedlichen Größen, für wenig Geld zu kaufen. Es ist ein PVC-Rohr mit einem innen durchlaufendem Spezialsieb. Du füllst das Rohr über die obere Öffnung mit dem Cannabis. Dazu eignen sich die Blätter und Blütenreste, die du beim zweiten Schneidevorgang abgeschnitten hast. Es ist also eine wunderbare Möglichkeit der Resteverwertung. Verschließe das Rohr und lege es anschließend für eine Stunde in das Tiefkühlfach. Das ist wichtig, denn dadurch brechen die Trichome (das Harz) deutlich besser ab. Jetzt brauchst du nichts weiter machen, als das Rohr für ein paar Minuten ordentlich zu schütteln. Danach öffnest du die untere Öffnung und siehst eine hellgrüne Schicht Harzdrüsen. Diese schüttelst du vorsichtig auf deine Handfläche und und formst sie mit dem Zeigefinger der anderen Hand zu einer Kugel oder einer Rolle. Das machst du mit Druck und Bewegung. Die dadurch erzeugte Wärme sorgt dafür, dass sich das Harz formen lässt. Nach nur 10 Minuten der Lagerung (lass es einfach liegen), ist dein Hasch fertig zum Konsum.

Methode 2: Bubble Bags

Die Methode Bubble Bags ist aufwändiger, und du benötigst mehr Material zur Verarbeitung. Aber wie gesagt, für größere Mengen ist das die bessere Methode und die Qualität ist erstklassig.

Zuerst werden die Trichome mit Wasser und Eis von den Blüten und Blätter getrennt. Das kannst du machen, indem du sie in einem Eimer gibst, mit Wasser und Eiswürfeln übergießt, und sie mind. 15 Minuten mit einem Handrührgerät rührst, und sie anschließend weitere 15 Minuten stehen lässt. Oder je nachdem welches Set du gekauft hast, vor allem in welchen Größenverhältnissen, gibt es dort eine spezielle Methode um die Trichome zu lösen. Z.B. einen großen Rührer oder eine extra Gerät dafür. Dann schüttest du die Wassermischung durch mehrere Siebe und drückst diesen nach dem Sieben das Wasser aus. Im Sieb sammelt sich dann das Harz. Wenn du dich für diese Methode entscheidest, halte dich an die Angaben des Herstellers deiner gewählten Bubble bags.

Cannabis verzehren

Cannabis kann zu Kuchen, Keksen, Getränken, Öl und Butter verarbeitet werden. Wenn man Cannabis isst oder trinkst, tritt die Wirkung später ein (30min- 1,5 Stunden) und sie hält länger an (bis zu 8 Stunden), als zum Beispiel beim Rauchen oder Vaporisieren. Daher musst du mit der Dosierung gut aufpassen. Iss erstmal einen halben Keks und warte ab, was passiert. Sei nicht ungeduldig und greife schnell nach dem Nächsten. Wichtig: Das Cannabis darf beim Backen und Kochen nicht über 150C° erhitzt werden, da sich das wertvolle THC ansonsten verflüchtigt und die gewünschte Wirkung dann ausbleibt.

Die Herstellung von Cannabisbutter

Eine weitere wunderbare Methode um Cannabis zu verarbeiten die Schnittreste zu verwerten, ist die Herstellung von Cannabisbutter. Das kannst du natürlich auch mit den Blüten machen, falls du keine Schnittreste hast. Das Cannabis muss aber vollständig trocken sein, wenn du es zu Butter verarbeiten möchtest. Und du solltest es vorher decarboxylieren, also aktivieren.

Für die Herstellung von Cannabisbutter benötigst du:

  • 250g Butter (geht auch vegan)
  • 8-12g Schnittreste zerkleinert
  • einen Topf
  • ein Sieb oder ein Leinentuch,
  • ein Kochlöffel
  • ein Gefäß für die Butter

Und so wird´s gemacht:

  1. zerkleinere die Butter ein wenig, und lasse sie auf niedriger Temperatur im Topf schmelzen
  2. wenn sie geschmolzen ist, gebe das zerkleinerte Cannabis dazu,
  3. lasse die Butter nun 3-4 Stunden auf niedriger Temperatur sieden – nicht kochen!, und rühre immer wieder um,
  4. nach 3-4 Stunden (du kannst die Butter bis zu 10 Stunden sieden lassen), haben sich die Cannabinoide von den Pflanzenbestandteilen gelöst und sind nun in der Butter enthalten,
  5. die fertige Cannabisbutter wird nun durch ein Sieb oder ein Leinentuch gegeben, um die Pflanzenreste heraus zu sieben. Unter das Sieb stellst du eine Auffangschale. Presse unbedingt aus den Pflanzenresten noch Butter heraus, indem du mit einem Löffel hineindrückst, oder das Leinentuch gut auswringst,
  6. stelle die Butter in den Kühlschrank und warte bis sie fest ist (ca. 4 Stunden),
  7. nun kannst du deine fertige Butter zum Backen benutzen oder einfach als Brotaufstrich,
  8. kleiner Tipp: aus den ausgepressten Pflanzenresten kannst du noch ein leckeres Pesto herstellen.

Beispiel Rezept: Schoko-Cannabis-Kekse

Für die Herstellung von diesen leckeren Cannabis- Keksen benötigst du:

  • 125 g Cannabisbutter
  • 175 g Mehl
  • 1 Teelöffel Backpulver
  • 150 g Zucker
  • 1 Ei
  • 100 g Zartbitter-Schokolade
  • 100 g Vollmilch-Schokolade

Und so wird´s gemacht:

  1. die Schokolade mit der Cannabis-Butter in einem Wasserbad schmelzen,
  2. das Ei mit dem Zucker schaumig rühren,
  3. die abgekühlte Cannabis-Schoko-Mischung unter die Ei-Zucker-Masse rühren und mit Mehl und Backpulver vermischen,
  4. gut verrühren, den Teig mit einem Tee- oder Esslöffel auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen und dabei genügend Abstand halten,
  5. bei 140°C (Ober-/Unterhitze) ca. 20 Minuten lang backen und auskühlen lassen. Das Rezept ergibt ca. 18 Stück.

Cannabis verarbeiten zu Kakao 

Cannabis weiterverarbeiten ist einfach, und es gibt viele Möglichkeiten. So wie dieses lecker aussehende Getränk mit Milchschaum und einem Hanfblatt aus grünem Pulver darauf.
Cannabis kann zu leckeren Getränken verarbeitet werden. Foto: Justin aikin auf Unsplash.

Die gewünschten Inhalte der Cannabispflanze sind fettlöslich, daher musst du bei der Verarbeitung von Cannabis zu Gebäck oder Getränken immer Fett zu geben. Wenn du z.B. einen Tee kochst, dann gebe einfach noch einen Löffel Sahne dazu. Bei der Zubereitung eines Kakao´s gibst du noch ein bisschen Kokosöl in die Milch, das schmeckt wirklich lecker.

Für die Herstellung von dem Cannabiskakao benötigst du:

  • 200 ml Milch (Kuh-, Hafer-, Soja- oder Mandelmilch)
  • 0,2-0,4 g zerkleinertes Cannabis
  • 1 TL Kokosöl
  • 2 TL Kakaopulver
  • 1 TL Zucker, oder Honig, oder Agavendicksaft zum Süßen

Und so wird´s gemacht:

  1. erhitze die Milch auf dem Herd in einem kleinen Topf bei niedriger Temperatur,
  2. gib das Kakaopulver, den Zucker und das Kokosöl dazu und verrühre alles in der Milch,
  3. wenn der Kakao heiß ist, gib das zerkleinerte Cannabis dazu,
  4. lass den Kakao 20-30 min. bei niedriger Temperatur sieden- nicht kochen!
  5. gieße den Cannabiskakao durch einen kleinen Sieb in eine Tasse,
  6. und dann lass es dir schmecken.
  7. Wichtig: Das Cannabis darf beim Backen und Kochen nicht über 150 Grad Celsius erhitzt werden, da sich das wertvolle THC ansonsten verflüchtigt und die gewünschte Wirkung dann ausbleibt.

Vorsicht: das Öl im Kakao wird sehr heiß. Trinke vorsichtig, damit du dich nicht verbrennst.

Cannabis verarbeiten: eine Tinktur herstellen

Es gibt eine einfache Methode, wie du dein Cannabis zu einer Tinktur herstellen kannst. Diese Tinktur ist vor allem für die Menschen sinnvoll, die Cannabis nicht rauchen können oder wollen, aber trotzdem seine Vorteile genießen möchten.

Für die Herstellung einer Cannabistinktur brauchst du: 

  • 2 Einweckgläser
  • 1 100ml Braunglasflasche mit Pipette
  • 1 Küchensieb
  • Trinkalkohol zwischen 50 bis 70 % Vol. (Absinth, Schnaps, oder reinen, trinkbaren Ethanol aus der Apotheke)
  • 1 Trichter
  • 1 Kaffeefilter
  • 25 g Cannabis

Und so wird´s gemacht:

  1. zermahle das getrocknete Cannabis so fein es geht (am besten mit einer Küchenmaschine), und gebe es in das Einweckglas. Für die Decarboxilierung gibst du das Einwecklgas mit dem Cannabis Inhalt für 5 Minuten bei 110C° in den Ofen. Der Deckel bleibt dabei offen. Anschließend lässt du das Cannabis wieder abkühlen und übergießt es dann mit Alkohol.
  2. verschließe das Einweckglas und stelle es für 10 Tage an einen dunklen Ort, z.B. in einem Küchenschrank. Die Lagertemperatur sollte um die 25C° betragen. Du kannst das Gemisch täglich leicht schütteln.
  3. nach den 10 Tagen siebst du die Tinktur durch einen feinen Sieb in das zweite Einweckglas. Noch besser ist es, wenn du die Tinktur ein zweites mal siebst, indem du sie vorsichtig durch einen Kaffeefilter schüttest.
  4. fülle nun die fertig gesiebte Tinktur mithilfe des Trichters in die Braunglasflasche.
  5. fertig ist deine Cannabistinktur.

Dosierung:

Bei 100ml Lösung und 25g Cannabis erhältst du eine Tinktur mit einem Verhältnis 4:1. Das bedeutet 4ml Tinktur enthalten den Wirkstoff aus 1g Cannabis. 20 Tropfen der Tinktur entsprechen insgesamt 1 Milliliter. Wenn du die Cannabistinktur das erste mal einnimmst, dann beginne mit einer leichten Dosierung von 1-2 Tropfen. Die Wirkung tritt nach ca.2-3 Stunden ein. Außerdem solltest du die Tinktur auf nüchternen Magen und mit einem Teelöffel Speiseöl einnehmen. Spüle das ganze mit einem Glas Wasser nach, und warte ab.

 

Nun hast du einiges darüber gelernt, wie du dein Cannabis verarbeiten kannst. Es gibt natürlich noch mehr Möglichkeiten, aber die wichtigsten kennst du jetzt. Fast! Ich schreibe noch einen eigenen Beitrag über die Herstellung von Cannabisöl. Diese benötigt zwar etwas Zeit, ist aber nicht besonders schwer. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen- Cannabisöl mit einem THC – Gehalt bis zu 70%.

 

Quelle: Lizermann Lark- Lajon (2016): Der Cannabis- Anbau, der einfache Weg zum eigenen Homegrow, 7. Auflage, Nachtschatten Verlag . https://www.nachtschatten.ch/products/product_0555.html, Keksrezept von Weedo

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