Cannabis vaporisieren

Cannabis vaporisieren ist ein stetig wachsender Trend.

Cannabis als Medikament kann in Form von Cannabisblüten oder Liquids vaporisiert bzw. verdampft werden. Aber auch immer mehr Freizeitkonsumenten erkennen die Vorteile, wenn sie ihr Cannabis vaporisieren anstatt es z.B. zu rauchen.

Einer der schwerwiegendsten und wichtigsten Vorteile ist der gesunde Konsum durch das Verdampfen. Denn es  entstehen keine schädlichen Stoffe durch Verbrennung (wie z.B. beim Rauchen eines Joints) und es muss auch kein Tabak dazu gemischt werden. Das schont die Lunge und die Atemwege.

Die dafür angebotenen medizinischen Cannabisblüten werden derzeit aus den Niederlanden, z.B. von der Firma Bedrocan® und aus Kanada importiert. Seit dem Jahr 2020 wird medizinisches Cannabis aber auch auf deutschem Boden angebaut. Derzeit kann ein Arzt* eine Ärztin 13 verschiedene Cannabis- Sorten verschreiben. Diese unterscheiden sich jeweils in ihrem THC und CBD Gehalt und werden für verschiedene Krankheitsbilder eingesetzt. 

Das Cannabis in Blütenform kann der Patient*die Patientin inhalieren, vaporisieren oder oral einnehmen (in Form von Tee oder Gebäck). Obwohl sich beim Vaporisieren durch die kurze Erhitzung der Blüten, die Cannabinoide am besten aufnehmen lassen (viel besser als bei der oralen Anwendung), beschreiben die Patienten die orale Anwendung oft als effektiver. Daher nimmt diese immer mehr an Beliebtheit zu. 

Cannabis inhalieren  

Mit dem Inhalieren der Cannabisblüten ist nicht das Rauchen eines Joints gemeint, sondern vielmehr die Verwendung eines speziellen Verdampfers, eines Vaporisators. In Cannabiskreisen nennt man es allerdings Vaporizer. Dabei wird eine bestimmte Menge der Blüten kontrolliert erhitzt und die daraus entstehenden Dämpfe inhaliert. In den Dämpfen bzw. Aerosolen befinden sich dann all die guten Inhaltsstoffe der Cannabispflanze. Denn durch das Erhitzen auf 180-210°C über einen Zeitraum von wenigen Minuten entstehen die freien und aktiven Formen von THC und CBD, die sich dann am Effektivsten aufnehmen lassen.

Diese kontrollierte Erhitzung und Freisetzung des Cannabinoids THC, wird als Decarboxylierung bezeichnet.

Cannabis vaporisieren, aber womit? 

Der*die Patient*in kann mit einem Vaporizer das Cannabis vaporisieren bzw. verdampfen und dann inhalieren. Derzeit sind zwei Vaporizer zugelassen und verfügbar. Der stationär verwendbare “Volcano Medic” und der transportable “Mighty Medic”, den man auf Reisen mitführen kann. Beide Geräte sind zertifizierte Medizinprodukte und werden in Tuttlingen von Storz& Bickel® hergestellt.

Natürlich werden auf dem Markt sehr viel mehr Vaporizer angeboten, aber das sind dann keine medizinischen Geräte, die einem der Arzt* die Ärztin verschreiben kann. Es sie in unterschiedlichen Preisklassen (zwischen 60€- 250€) und mit unterschiedlichen Ausstattungsmerkmalen. Doch prinzipiell funktionieren alle Vaporizer gleich. 

Wie ist ein Vaporizer aufgebaut?

Im Prinzip sind alle Vaporizer gleich aufgebaut. Sie haben eine Füllkammer, einige Bedienelemente und ein Mundstück. Meistens haben sie einen wiederaufladbaren Akku oder eine Batterie.

Bei manchen Vaporizern kann man die Temperatur auf die Gradzahl genau einstellen, bei anderen funktioniert das nach Abstufungen. In dem Gerät befinden sich außerdem Siebe, die verhindern, dass das granulierte Cannabis in den Mund des Konsumenten gerät. Manche Verdampfer haben leuchtende Elemente oder vibrieren und manche eben nicht. Es gibt sie unterschiedlichen Farben und Formen, aber die Funktionalität ist immer die selbe. Sie sollen das Cannabis vaporisieren. 

Was solltest du bei einem Vaporizer beachten?

Viele Konsumenten können und/oder wollen keinen Tabak konsumieren, aber trotzdem Cannabis. Da ist ein Vaporizer einer wunderbare und gesündere Alternative zu einem Joint oder einer puren Gras-Zigarette. Es ist jedoch wichtig, sich vorher mit den Geräten auseinanderzusetzen und diese zu vergleichen. Frage dich, was dir persönlich wichtig ist und stelle dir deine eigenen Kritikpunkte zusammen. 

z.B.:

  • wo wurde der Vaporizer hergestellt- wie lange sind die Transportwege?
  • aus welchem Material besteht der Vaporizer?
  • einfache Bedienung
  • Größe
  • Design
  • Kundesupport
  • Preis

Ich habe mich, nach all diesen Kriterien für den Vaporizer von Lyte entschieden. Denn all die verarbeiteten Materialen sind aus lebensmittelechten und FDA zertifizierten Materialien gefertigt. Es war mir persönlich sehr wichtig, kein Plastik zu inhalieren. Des weiteren ist der Kundensupport sehr professionell und sehr gut. Der Vaporizer ist klein, handlich und stylisch. Ich kann ihn überall mit hin nehmen und er fällt nicht sofort als Vaporizer auf. Er ist einfach zu bedienen, mit coolen Elementen und er kommt mit allerhand Zubehör.

Cannabis vaporisieren, aber wie? 

Um die Cannabisblüten zu vaporisieren (egal ob für den Freitzeitkonsum oder als Medikament) müssen sie vorerst zerkleinert oder granuliert werden. Patient*innen haben den Vorteil, dass sie ihr Cannabis als Medikament aus der Apotheke teilweise schon granuliert erhalten. Sollte der*die Patient*in die Blüten allerdings in ganzer Form erhalten, müssen diese zuerst mit der zugehörigen Krautmühle (Grinder) zerkleinert werden.

Das müssen die Freizeitkonsumenten grundsätzlich tun. Am besten lagert man die Blüten in einem Kühlschrank oder in einem Gefrierschrank. Anschließend gibt man eine bestimmte Menge der vorbereiteten Blüten in die Füllkammer, schaltet den Vaporizer an, stellt die Temperatur ein und los gehts. Die Wirkung setzt relativ schnell nach dem Konsum ein. 

Das tolle am Cannabis vaporisieren ist, dass man es quasi überall machen kann. Der Konsum riecht nicht so auffällig, wie beim Rauchen eines Joints und es ist auch nicht so gefährlich, da kein Feuer benötigt wird. Man kann also gemütlich auf der Couch, im Bett, in der Badewanne oder am Esstisch sein Cannabis vaporisieren. Außerdem ist der Aufwand viel geringer. Das Drehen eines Joints fällt weg, das Cannabis muss nur zerkleinert und in den Vaporizer gegeben werden. 

der Vaporizer mighty medic ist zu sehen, mit Cannabisblüten und einem Kaktus. Cannabis vaporisieren ist die gesündeste Art des Konsums
Cannabis vaporisieren mit dem Mighty medic. Foto: CBD-Tester auf Unsplash.

Eine Erklärung zu “Volcano Medic” und “Mighty Medic”

Der stationäre “Volcano Medic” 

Bei dem stationären Gerät werden die aktiven Cannabinoide in aerosolischer Form in einen 12,5 Liter fassenden Ballon gepumpt. Dieser sitzt auf dem Vaporisator und ist mit einem Ventil versehen, welches verhindert, dass das Aerosol unkontrolliert ausströmt. Wenn der Ballon dann komplett gefüllt ist, wird er abgenommen und das Mundstück aufgesetzt.

Die Inhalation muss der Patient*die Patientin innerhalb 10 Minuten nach der Befüllung abschließen, damit die Aerosole nicht durch das Kondensieren verloren gehen. Der Vorteil des Ventilballons ist, dass dieser ganz komfortabel und gefahrlos am Wunschort (z.B. im Bett) eingesetzt werden kann, da er weder Elektrizität benötigt, noch heiß wird.

In die Füllkammer des Volcano Medic passen bis zu 1000mg zerkleinerte oder granulierte Cannabisblüten. Der schnelle Wirkungseintritt von 2-3 Minuten bei der Inhalation ermöglicht einem erfahrenen Anwender eine Selbstdosisfindung. Als Faustregel beim Verdampfen gilt, dass etwa 1/3 der in der Blüte enthaltenen Cannabinoide in den Blutkreislauf gelangt. Etwa die Hälfte der in der Blüte vorhanden Cannabinoide kondensiert im Gerät oder bleibt im Träger zurück. Bei der Inhalation werden dann etwa 2/3 der inhalierte Cannabinoide über die Lungenbläschen aufgenommen und geraten so in den Blutkreislauf. Das verbleibende Drittel wird ausgeatmet.

Der transportable “Mighty Medic” 

Bei dem transportablen und akkubetriebenen Mighty Medic gibt es weder eine Pumpe noch einen Ballon. Daher muss der*die Anwender*in die Luft per Lungenkraft durch das Gerät ziehen. Das ist weniger komfortabel als bei dem Ballon, da dieser praktisch keinen Zugwiderstand entgegensetzt. Das Fassungsvermögen des transportablen Gerätes ist geringer als beim Stationären. Hier portioniert man sich 50, 100 oder 150g Cannabisblüten in den mitgelieferten Dosierkapseln. Mit der Lieferung des Gerätes erhält der Patient* die Patientin acht Kapseln, die es ihm*ihr ermöglichen, die Blüten vorbereitet und dosiert mitzuführen.

Die eingesetzte Cannabismenge in der Dosierkapsel wird im Gerät erhitzt und nach Erreichen der Verdampfungstemperatur (ca. 180°C) strömen beim Inhalieren die aktiven Cannabinoid- Aerosole in das auf der Oberseite befindliche Kühlteil. Von dort aus werden die Cannabinoide über ein am Mundstück aufgestecktes Lippenteil aus Kunststoff direkt inhaliert. Dieses Lippenteil ist ein Einmalartikel und muss nach der Anwendung entsorgt werden. Hochkonzentrierte Dämpfe können durchaus Reizungen der Atemwege (Hustenanfälle) verursachen.

Die Verdampfungstemperatur muss dann abgesenkt werden. Der Patient* die Patientin sollte ganz bewusst das Cannabis vaporisieren, und dann die Luft etwa 5 Sekunden lang anhalten. Um die Wirkstoffmenge vollends auszuschöpfen, kann die Temperatur auf bis zu 210°C erhöht und der Vorgang solange wiederholt werden, bis beim Ausatmen kein Dampf mehr erkennbar ist. Dann ist der Inhalt der Dosierkapsel aufgebraucht. Für Menschen mit Lungen- und Atemwegserkrankungen ist das Inhalieren von Cannabis nur eingeschränkt zu empfehlen.

 

 

Quelle: Häußermann Klaus/ Grotenhermen Franjo /Milz Eva (Februar 2017): Cannabis, Arbeitshilfe für die Apotheke, 1. Aufl., Deutscher Apotheker Verlag.

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