Cannabis vaporisieren

Wie wird Cannabis vaporisiert?

Cannabis als Medikament kann in Form von Cannabisblüten, inhaliert oder vaporisiert werden. Auch unter den Freizeitkonsumenten macht sich der Trend, das Cannabis zu vaporisieren immer mehr breit. Grund dafür ist die einfache und vor allem tabaklose Anwendung. Denn das Rauchen ohne Tabak macht es weniger schädlich und der Konsum lässt sich etwas besser kontrollieren. Außerdem ist es komfortabler. Warum? Das kannst du hier lesen. 

Doch in Deutschland ist medizinisches Cannabis in weiteren Formen erhältlich:

Die angebotenen Cannabisblüten werden derzeit aus den Niederlanden, z.B. von der Firma Bedrocan® und Kanada importiert. Seit dem Jahr 2020 wird medizinisches Cannabis aber auch auf deutschem Boden angebaut. Derzeit kann ein/e Arzt/Ärztin  14 verschiedene Sorten verschreiben. Diese unterscheiden sich jeweils in deren THC und CBD Gehalt.

Das Cannabis, in der Blütenform, kann der Patient/die Patientin inhalieren, vaporisieren oder oral einnehmen. Obwohl sich beim Inhalieren durch die kurze Erhitzung der Blüten, die Cannabinoide am besten aufnehmen lassen, viel besser als bei der oralen Anwendung, beschreiben die Patienten die orale Anwendung oft als effektiver. Die orale Anwendung nimmt daher an Beliebtheit zu.

Cannabis inhalieren 

Mit dem Inhalieren der Cannabisblüten ist nicht nur das Rauchen eines Joints gemeint, sondern vielmehr die Verwendung eines speziellen Verdampfers, eines Vaporisators. Bei diesem wird eine bestimmte Menge der Blüten kontrolliert erhitzt und die daraus entstehenden Dämpfe inhaliert. Durch das Erhitzen auf 180-210°C über einen Zeitraum von wenigen Minuten entstehen die freien und aktiven Formen von THC und CBD, die sich dadurch am Effektivsten aufnehmen lassen.

Diese kontrollierte Erhitzung wird als Decarboxylierung bezeichnet.

Vaporisieren

Der/die Patient/in kann mit einem Vaporisator die Cannabisblüten inhalieren. Derzeit sind zwei Vaporisatoren zugelassen und verfügbar. Der stationär verwendbare “Volcano Medic” und der transportable “Mighty Medic”, den man auf Reisen mitführen kann. Beide Geräte sind zertifizierte Medizinprodukte und werden in Tuttlingen von Storz& Bickel® hergestellt. Die Cannabisblüten werden dabei zerkleinert oder granuliert verwendet. Ein Teil der derzeit angebotenen Sorten werden bereits granuliert angeboten und somit kann man sie direkt verwenden. Sollte der/die Patient/in die Blüten allerdings in ganzer Form erhalten, müssen diese zuerst mit der zugehörigen Krautmühle zerkleinert werden. Am besten lagert er/sie die Blüten in einem Kühlschrank oder einem Gefrierschrank. Der/die Patient/in gibt eine bestimmte Menge der vorbereiteten Blüten in eine der Füllkammern, welche dann auf den Vaporisator aufsetzt werden. Anschließend erhitzt der Vaporisator die Blüten auf eine zuvor eingestellte Temperatur, und schon kann der/die Patient/in das Cannabis vaporisieren. 

Der stationäre Vaporisator 

Bei dem stationären Gerät werden die aktiven Cannabinoide in aerosolischer Form in einen 12,5 Liter fassenden Ballon gepumpt. Dieser sitzt auf dem Vaporisator und ist mit einem Ventil versehen, welches verhindert, dass das Aerosol unkontrolliert ausströmt. Wenn der Ballon dann komplett gefüllt ist, wird er abgenommen und das Mundstück aufgesetzt. Somit inhaliert der/die Anwender/in die Aerosole gezielt. Die Inhalation muss er innerhalb 10 Minuten nach der Befüllung abschließen, damit die Aerosole nicht durch das Kondensieren verloren gehen. Der Vorteil des Ventilballons ist, dass dieser ganz komfortabel und gefahrlos am Wunschort (z.B. im Bett) eingesetzt werden kann, da er weder Elektrizität benötigt, noch heiß wird.

In die Füllkammer des Volcano Medic passen bis zu 1000mg zerkleinerte oder granulierte Cannabisblüten. Der schnelle Wirkungseintritt von 2-3 Minuten bei der Inhalation ermöglicht einem erfahrenen Anwender eine Selbstdosisfindung. Als Faustregel beim Verdampfen gilt, dass etwa 1/3 der in der Blüte enthaltenen Cannabinoide in den Blutkreislauf gelangt. Etwa die Hälfte der in der Blüte vorhanden Cannabinoide kondensiert im Gerät oder bleibt im Träger zurück. Bei der Inhalation werden dann etwa 2/3 der inhalierte Cannabinoide über die Lungenbläschen aufgenommen und geraten so in den Blutkreislauf. Das verbleibende Drittel wird ausgeatmet.

Der transportable Vaporisator 

Bei dem transportablen und akkubetriebenen Mighty Medic gibt es weder eine Pumpe noch einen Ballon. Daher muss der/die Anwender/in die Luft per Lungenkraft durch das Gerät ziehen. Das ist weniger komfortabel als bei dem Ballon, da dieser praktisch keinen Zugwiderstand entgegensetzt. Bei dieser Methode ist derzeit nur die Verwendung von Cannabisblüten möglich. Das Fassungsvermögen des transportablen Gerätes ist geringer als beim Stationären. Hier portioniert man sich 50, 100 oder 150g Cannabisblüten in den mitgelieferten Dosierkapseln. Mit der Lieferung des Gerätes erhält der/die Patient/in insgesamt acht Kapseln, die es ihm/ihr ermöglichen, die Blüten vorbereitet und dosiert mitzuführen.

Die eingesetzte Cannabismenge in der Dosierkapsel wird im Gerät erhitzt und nach Erreichen der Verdampfungstemperatur (ca. 180°C) strömen beim Inhalieren die aktiven Cannabinoid- Aerosole in das auf der Oberseite befindliche Kühlteil. Von dort aus werden die Cannabinoide über ein am Mundstück aufgestecktes Lippenteil aus Kunststoff direkt inhaliert. Dieses Lippenteil ist ein Einmalartikel und muss nach der Anwendung entsorgt werden. Hochkonzentrierte Dämpfe können durchaus Reizungen der Atemwege (Hustenanfälle) verursachen. Die Verdampfungstemperatur muss dann abgesenkt werden. Der/die Patient/in sollte ganz bewusst das Cannabis vaporisieren, und dann die Luft etwa 5 Sekunden lang anhalten. Um die Wirkstoffmenge vollends auszuschöpfen, kann die Temperatur auf bis zu 210°C erhöht und der Vorgang solange wiederholt werden, bis beim Ausatmen kein Dampf mehr erkennbar ist. Dann ist der Inhalt der Dosierkapsel aufgebraucht. Für Menschen mit Lungen- und Atemwegserkrankungen ist das Inhalieren von Cannabis nur eingeschränkt zu empfehlen.

 

Quelle: Häußermann Klaus/ Grotenhermen Franjo /Milz Eva (Februar 2017): Cannabis, Arbeitshilfe für die Apotheke, 1. Aufl., Deutscher Apotheker Verlag.

Verfasst von
Mehr von Mila~Grün

Grundlagen für den Hanfanbau

Zu den wichtigsten Grundlagen für den Hanfanbau zählen neben dem Wasser und...
Weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.