Cannabis und Corona

Kann Cannabis gegen Corona helfen? Danke, girl-with-red-hat für dein Foto auf Unsplash.
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Kann Cannabis Corona heilen?

Cannabis wird heutzutage in einigen Ländern nicht mehr nur als Droge, sondern auch als Medizin angesehen. Viele Ärzt*innen verschreiben das THC-haltige Kraut bei Erkrankungen wie Multipler Sklerose, chronischen Schmerzen oder Migräne. Doch kann Cannabis auch bei der neuartigen Erkrankung Corona helfen?

Was ist eigentlich Corona?

Um zu verstehen wie Cannabis und Corona miteinander wirken, müssen wir erstmal wissen, was genau Corona ist. Die Coronaviren wurden das erste mal 1960 entdeckt, und sind daher eigentlich keine Neulinge unter den uns bekannten Viren. Sie kommen bei Mensch und Tier gleichermaßen vor und verursachen Symptome wie Schnupfen, Husten, Fieber und Pneumonie. In den meisten Fällen verläuft eine Corona-Viruserkrankung harmlos, wenn sich der Wirt (Mensch) damit infiziert hat. Das wirklich gefährliche ist das neuartige SARS-CoV-2 Virus. Es kann vor allem bei Risikopatient*innen, also bei Menschen die über 50 Jahre alt sind, bei starken Raucher*innen, oder bei krankhaft adipösen Patient*innen einen schweren Krankheitsverlauf verursachen. Auch Menschen mit speziellen Vorerkrankungen sind zunehmend belastet. Für diese Gruppen besteht die Gefahr, dass das Virus Atemnöte oder eine schwere Lungenentzündung verursacht, bis hin zum Tod. Die Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion, also durch Niesen, Husten, Hände schütteln usw.

Die Corona-Viren docken an menschliche Rezeptoren, die ACE-2 Rezeptoren an und gelangen somit in den Körper des Wirtes. Die ACE-2 Rezeptoren befinden sich in verschiedenen Organen, aber vor allem im Darm, in Gefäßzellen, in den Nieren und in den Herzmuskeln, weshalb das Virus auch eine Herzerkrankung verursachen kann. Aber auch im Mund- und Rachenraum sind einige dieser Rezeptoren vorhanden und so gelangen die Viren überhaupt erst in den menschlichen Organismus und über die Bronchien in die Lunge. Der Mund- und Rachenraum ist also wie eine Eingangspforte für die Coronaviren zu verstehen.

 

Welche Verbindung gibt es zwischen Cannabis und Corona?

Die Cannabispflanze hat ca. 120 verschiedene Cannabinoide, die bekanntesten sind THC und CBD. Der menschliche Körper produziert aber selbst permanent körpereigene Cannabinoide, die sich dann an bestimmte Rezeptoren andocken, damit verschiedene Prozesse im Körper überhaupt stattfinden können. (Für eine genaue Erklärung, lies dir bitte den Beitrag das Endocannabinoidsystem und die Cannabinoide durch.) Die Cannabinoide der Cannabispflanze sind jedoch ebenfalls in der Lage sich an die Rezeptoren des menschlichen Körpers zu haften. Daher hat Marijhuana auch solche vielseitigen und teilweise immensen Auswirkungen auf den Menschen. Neben dem z.B. psychogenen Effekt, (der nicht bei allen Cannabinoiden auftritt) sorgen die Cannabinoide für eine Entzündungshemmung, Verminderung von Krämpfen und Spastiken, sie wirken schmerzstillen, angstlösend und noch vieles mehr.

Wie oben bereits beschrieben, heften sich die Corona Viren, ebenso wie Cannabinoide, an die menschlichen Rezeptoren. Sie tun dass, um überhaupt erst in den Körper hinein zu gelangen und dann weiter an die Rezeptoren in den Organen wie Lunge, Herz und Darm. Könnten bestimmte Cannabinoide  dann nicht die Aufnahme der Corona Viren verhindern, wenn man sie gezielt einsetzt? Wenn sie zum Beispiel die ACE2- Rezeptoren einfach”besetzen”? Hilft also kiffen gegen Corona?

Was sagen die Studien?

Laut einer kanadischen Studie, könnte das Cannabinoid CBD tatsächlich das Eindringen der Corona-Viren hemmen, indem es die ACE2-Rezeptoren blockiert. Eine weitere aktuelle, aus den USA stammende Studie will belegen können: Cannabis kann vor akutem Lungenversagen schützen. Akutes Lungenversagen ist ein Symptom des SARS-COV-2 Virus, das zum Tode führen kann.

Also kann man schlussfolgern: kiffen hilft gegen Corona?

Nein, so leicht ist das natürlich nicht. Die Studien sind derzeit weder Langzeitstudien noch am Menschen geprüft. Die Studie aus den USA kam auf ihr Ergebnis durch den Versuch an Mäusen. Außerdem gibt es ebenfalls Mediziner*innen und Expet*innen, die davor warnen, Gras zu konsumieren während einer Erkrankung. Denn Gras, also  Marijhuana, kann sich negativ auf die Lungenfunktion auswirken und es verlangsamt das Immunsystem. Das könnte bei einer COVID- Infektion fatale Folgen haben, da sich diese stark auf die Lunge auswirken kann.

Im Allgemeinen ist zu sagen ,dass das herkömmliche Gras, das vom Dealer um die Ecke zu kaufen ist, nicht zu vergleichen ist mit dem was der Arzt/ die Ärztin verschreiben kann. Es ist also weder als Medikament anzusehen, noch sollte man damit irgendwelche Selbstversuche starten. Vor allem nicht, wenn der Körper durch eine Erkrankung geschwächt ist. Medizinisches Marijhuana gibt es in verschiedenen Formen und wird bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt. Diese Einsatz wird aber stets von einem Arzt begleitet.

 

Quelle: der Steckbrief des RKI, HNA

Verfasst von
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