Cannabis Legalisierung in Deutschland

Eine Wahlurne mit Zähler ist zu sehen, während gerade jemand einen Brief einwirft. Bald sind Bundestagwahlen, dann entscheidet sich die Cannabis Legalisierung in Deutschland.

Ist das wahr? Wird Cannabis in Deutschland tatsächlich legalisiert?

Ja, es sieht ganz danach aus. Und das, obwohl Deutschland ein sehr striktes Land ist. Es gibt klare Gesetze, klare Regeln und das auf einer oftmals konservativen Art und Weise. Konservativ auch, weil seit 16 Jahren die CDU/CSU in Deutschland regiert. Viele meinen, solange “schwarz “an der Macht sitzt, hat das Grüne in Deutschland keine Chance. Doch so ganz stimmt das nicht. Schließlich wurde Cannabis vor ungefähr 5 Jahren schon teilweise legalisiert, und das trotz der konservativen Partei an der Spitze. Doch wie geht die Geschichte weiter? Wie steht es um die Cannabis Legalisierung in Deutschland nach den Bundestagswahlen 2021?

Das aktuelle Cannabis Gesetz Deutschland

Schon seit einigen Jahren ist der Anbau, der Besitz, der Kauf und Verkauf von Cannabis in Deutschland illegal. Allerdings nicht der Konsum an sich. Wobei es schwierig ist Cannabis zu konsumieren, es aber nicht zu besitzen. Ob und wie hoch du für den Besitz von Cannabis bestraft wirst ist von einigen Faktoren abhängig: die Menge die du bei dir trägst, ob du ein Wiederholungstäter bist, ob du das Cannabis für den Eigenbedarf nutzt und ob ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung besteht. Dem Eigenbedarf geht eine gewisse Toleranzgrenze voraus, die in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich hoch ist. Die Strafen für den Besitz und den Handel von und mit Cannabis reichen von Geldstrafen bis hin zu Haftstrafen von bis zu fünf Jahren.

Cannabis ist bereits teilweise legal

Trotzdem hat Deutschland die Cannabis Gesetze etwas gelockert, und das schon im Jahre 2017. Seitdem ist Cannabis nicht mehr nur ein illegales Rauschmittel, sondern auch ein Medizinprodukt. Ärzt*innen haben daher die Möglichkeit ihren Patient*innen Cannabis in verschiedenen Formen auf Rezept zu verschreiben. Derzeit nutzt man dieses Angebot leider noch nicht so häufig, da die Ärzt*innen eine gewissen Scheu haben das Kraut als Medikament zu verwenden. Meistens haben sie nämlich selbst kaum Erfahrungen mit einer cannabisbasierten Therapie.

Außerdem können sie Cannabis nur auf Rezept verschreiben, wenn jede Therapiemöglichkeit ausprobiert wurde, und diese keine merklich positive Auswirkungen hatte, oder es zu einer Verschlechterung kam. Das herauszufinden, kann natürlich eine Zeit lang dauern. Und ob die Krankenkassen die Kosten dafür dann übernehmen, ist auch nicht sicher. Und das Cannabis aus eigener Tasche zu bezahlen, wird den meisten Patient*innen kaum möglich sein, da es als Medizinprodukt sehr teuer ist. Die Auswahl an der verschiedenen Formen der Einnahme von Cannabis als Medikament ist groß, ebenso die Vielfalt der Krankheiten, für die es verschrieben wird.

Die Bundestagswahlen 2021

Die Vorbereitungen für die Bundestagswahlen laufen derzeit auf Hochtouren. Die Wahlprogramme sind veröffentlicht und die Parteien wollen sich dem Volk natürlich positiv präsentieren, mit teils sehr unterschiedlichen und teils gleichen oder ähnlichen Wahlversprechen.

Aber eines haben sich die meisten Parteien diesmal auf die Fahnen geschrieben: die Cannabis Legalisierung Deutschland.

Doch, woher kommt dieser Sinneswandel?

Ca. 3 Millionen Menschen in Deutschland konsumieren regelmäßig Cannabis. Und das sind nicht nur die verkappten Kiffer die sich mit der Bong in ihrem Zimmer verbarrikadieren. Nein, es sind auch Chefärzt*innen, Anwält*innen, Student*innen, Bäckereifachverkäufer*innen und die Mitarbeiter*innen aus dem online Marketing. Diese Liste lässt sich beliebig weiter führen. Es sind also Personen fast jeden Alters und jeder Gesellschaftsschicht, die regelmäßig zu dem beruhigendem Kraut greifen, um sich nach einem langen Arbeitstag zu entspannen und/oder um ein bisschen Spaß zu haben. Die Zahl der Todesopfer durch Cannabis geht dabei gegen 0. Im Vergleich, es sterben jährlich ca. 74.000 Menschen in Deutschland an ihrem Alkoholkonsum. Alkohol, die legale Droge. Auch die Justiz und Polizei hat sehr viel damit zu tun hinter Kleindealern herzulaufen, diese zu verhaften und wie Kriminelle zu behandeln. Diese Kapazitäten könnten viel besser genutzt und eingesetzt werden. Durchschnittlich läuft in Deutschland alle drei Minuten ein Strafverfahren gegen einen Konsumenten.

Des weiteren rauchen unerfahrene Jugendliche oder Menschen die Schwierigkeiten haben an gute Ware zu kommen, eben das was sie bekommen können. Und das kann richtig gefährlich werden. Denn das Gras, welches sie auf der Straße bekommen ist nicht nur mit Zuckerwasser gestreckt. Es werden teilweise richtig gefährliche Chemikalien und Substanzen, wie zum Beispiel Brix, zum Strecken benutzt. Das heißt, es wäre für die Konsumenten viel sicherer, wenn sie staatlich kontrolliertes und somit gutes Cannabis erhalten würden.

Ja, und machen wir uns nichts vor, natürlich geht es bei der Legalisierung auch um´s Geld. Doch auf die Vor – und Nachteilen einer Cannabis Legalisierung in Deutschland, komme ich noch zu sprechen.

Wer ist für die Legalisierung?

Welche Parteien wollen Cannabis legalisieren?

  •  CDU/CSU: Die Union ist gegen eine Cannabis Legalisierung in Deutschland. Der Grund: Eine erhöhte Abhängigkeit wird befürchtet.
  • SPD: Die SPD spricht sich dafür aus, dass Volljährige zukünftig nicht mehr wegen einer kleinen Menge strafrechtlich verfolgt werden. Auch haben sie die Idee eines Pilotenprojektes: eine regulierte und kontrollierte Abgabe von Cannabis. Des weiteren wollen sie sich weiter stark machen in Suchtvorbeugung und Suchtberatung.
  • FDP: Die FDP ist für eine vollständige Legalisierung. Den Besitz und Konsum wollen die freien Demokraten legalisieren, und den Verkauf über spezielle Geschäfte regeln. Ähnlich wie ein Coffeeshop in den Niederlanden.
  • Die Grünen: die Grünen wollen ein Cannabiskontrollgesetz einführen, dass das bestehende Cannabisverbot aufhebt und einen kontrollierten und legalen Verkauf von Cannabis in lizensierten Fachgeschäften ermöglicht.
  • Die Linken: “Nikotin und Alkohol schaden der öffentlichen Gesundheit in Deutschland mehr als alle illegalen Drogen zusammen”, kann man auf der offiziellen Website der Linken lesen. Die Partei will den Besitz von geringen Mengen zum Eigengebrauch entkriminalisieren und auch den Anbau zum eigenen Bedarf erlauben.
  • AfD: Die AfD spricht sich strikt gegen eine Legalisierung von Cannabis aus.

Vor – und Nachteile einer Cannabis Legalisierung

In einigen Ländern auf der Welt ist Cannabis bereits legal, oder zumindest teilweise. Und man muss gar nicht in die weit entfernen Ländern wie Uruguay oder Kanada blicken. Nein, auch bei unsern Nachbarn, den Niederländern, ist es geduldet als Erwachsener in einem Coffeeshop Cannabis zu kaufen. Und das funktioniert. Es gibt nicht mehr Drogen- oder Todesopfer. Nicht mehr Jugendliche die die Schule abbrechen und perspektivlos auf der Straße leben. Ganz im Gegenteil, diese Länder funktionieren auch mit dem legalen Konsum von Cannabis.

Die Vorteile einer Cannabis Legalisierung:

  • Alles was verboten ist, reizt: legales Cannabis kann dazu führen, dass weniger junge Leute etwas “illegales” tun wollen und sich stark dabei fühlen.
  • Außerdem haben die Menschen eher den Mut sich an eine Drogenberatungsstelle zu wenden, wenn es sich um eine legale Droge handelt.
  • Wenn der Staat den Verkauf von Cannabis in dafür vorgesehen Geschäften erlaubt, kann eine Ausgabemenge festgelegt werden, die ein Erwachsener täglich kaufen kann. Außerdem ein Mindestalter, sodass Minderjährige keinen Zugang haben.
  • Natürlich können sich die Jugendlichen das Gras trotzdem beschaffen, aber, und das ist der große Vorteil, die Qualität wäre staatlich geprüft, und das bietet einen enormen Schutz für alle Konsumenten. Staatlich kontrolliertes Cannabis enthält keine Chemikalien, schädliche Substanzen oder andere gefährliche Streckmittel.
  • Die Konsumenten hätten einen sicheren Platz, an dem sie ihr Cannabis kaufen und haben somit keinen Berührungspunkt zu gefährlichen Dealern.
  • Für die Justiz würde eine Legalisierung oder zumindest eine Entkriminalisierung eine enorme Entlastung bedeuten.
  • Die Polizei hätte somit mehr Kapazitäten um die Dealer auf dem Drogenschwarzmarkt mit den wirklich gefährlichen Substanzen zu verfolgen.
  • Der Staat könnte ca. 2,4 Milliarden Euro an Steuergeldern jährlich einnehmen.

Die Nachteile einer Cannabis Legalisierung:

  • Cannabis ist eine Pflanze, die enorme Auswirkungen auf den Menschen hat, und nicht nur positive. Der Konsum bringt auch Risiken mit sich.
  • Cannabis kann süchtig machen. Der legale Konsum und die leichte Beschaffung kann für viele Konsumenten ein Suchtproblem bedeuten.
  • Durch eine Legalisierung könnten sehr viel mehr Menschen durch Cannabis (oder den Folgen des Konsums) geschädigt werden.
  • Autofahren unter Cannabiseinfluss ist sehr gefährlich. Evtl. würde eine Legalisierung dazu führen, dass mehr Menschen “bekifft” Autofahren.
  • Die Langzeitwirkungen von Cannabis sind noch nicht gut erforscht.
  • Cannabis gilt nach wie vor als Einstiegsdroge. Die Hemmschwelle zu anderen Drogen könnte durch eine Legalisierung verringert werden.
  • Bei bereits erkrankten Menschen, kann der Konsum der Pflanze einen erheblichen Schaden verursachen, z.B. bei Menschen mit Psychosen oder einer Schizophrenie.
  • Es müsste erstmal viel Geld investiert werden, bis der geregelte Anbau und die Abgabe funktionieren.

Diese Liste an Vor- und Nachteilen ist nicht vollständig. Den Verfechtern fallen bestimmt noch einige Punkte ein, warum Cannabis legalisiert werden soll, und die Kritiker berufen sich darauf, dass dieses Land nicht noch eine legale Droge mehr braucht.

Bilde du dir deine eigene Meinung. Was denkst du über eine Cannabis Legalisierung in Deutschland?

Auch interessant: der Stand um die Cannabis Aktien in Deutschland.

 

Quelle: WAZ, Spiegel

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