Cannabis als illegale Droge

hier ist eine bunt besprayte Wand zu sehen auf die ein schwarzes Herz gemalt ist mit der Innschrift: illegal Shit. Cannabis als illegale Droge ist zum Beispiel so ein Shit :).
Cannabis als illegal Shit. Foto: Thomas Hawk auf Unsplash.

Cannabis – vom Medikament zur illegalen Droge

Cannabis war in vielen Teilen der Welt zum damaligen Zeitpunkt eine hilfreiche Arznei. Die Menschen kannten ihre Vorzüge zu schätzen und nutzten dieses natürliche Heilkraut. Doch trotzdem wurde kurze Zeit später Cannabis als illegale Droge erklärt. Das geschah natürlich nicht von heute auf morgen, sondern war ein Prozess.

Die Verdrängung des medizinischen Cannabis begann anfangs des 20. Jahrhunderts, unter anderem mit der Erfindung und Vermarktung von chemisch- synthetischen Arzneien. Dazu zählten Aspirin®, Chloralhydrat®, Bromural®, Barbituraten® und Opiate. Bis dahin hatten die Apotheker *innen und Ärzt*innen Cannabis zur Herstellung von Arzneien, Cremes und Tinkturen verwendet und es durfte  legal konsumiert werden. 
Im Jahre 1925 wurde Cannabis in das erste internationale Opiumabkommen von Den Haag aufgenommen. Das bedeutete eine rechtliche Gleichstellung der Pflanze mit Substanzen wie Opium, Morphium, Heroin und Kokain.

Das Verbot trägt seine Wurzeln in den USA 

In New York entwickelte sich um 1925 die Harlem Renaissance, eine genuin schwarze Kulturbewegung, die Musik, bildende Künste, Theater, Kabarett und Literatur verband und bei Weißen für großes Aufsehen sorgte. Die Künstlerbewegung konsumierte viel und regelmäßig Cannabis, genauso wie viele der (illegalen) mexikanischen Einwanderer in den USA. Rassismus war zu den damaligen Zeiten in den USA weit verbreitet und die Abgrenzung zwischen den Weißen und den p.o.c. völlig normal und von vielen Menschen der „weißen Bevölkerungsschicht“ war das auch so gewünscht. 

Der Kampf gegen den Hanf

1933 begannen die USA einen strengen Feldzug gegen das Rauschmittel Cannabis. Die aufgehobene Prohibition aus dem Jahre 1920 war der Auslöser. Durch die Aufhebung des Alkoholverbotes in den USA waren über 8000 Polizisten und Kontrollbeamte arbeitslos. So unterstützte die US-Regierung das eigens eingerichtete Drogendezernat „Federal Bureau of Narcotics“ bei dem nun beginnenden Kampf gegen den Hanf, unter anderem, um diese Arbeitslosigkeit auszugleichen. 

Harry J. Anslinger wurde 1930  Präsident der US-amerikanischen Bundesbehörde für Betäubungsmittel. Er nutzte den Rassismus der im Land herrschte um den Druck gegen das Rauchen von Hanf zu erhöhen. Er vermittelte die Message, dass nur arbeitslose und illegal im Land lebende Menschen das Kraut nutzen würden. Allen US- Bewohnern war klar, wer damit gemeint war. 

Des weiteren nutze er schamlos die Geschichte des Axtmörders Viktor Licata für seinen irres Vorgehen gegen Cannabis. Victor Licata tötete seine Familie im Jahre 1933 in Ybor City, Tampa, Florida, mit einer Axt. Diese grausame Tat wurde von Anslinger als Beweis missbraucht, dass es einen Zusammenhang zwischen der damaligen Freizeitdroge Cannabis und Kriminalität gibt. Licata war Cannabiskonsument und so behauptete Harry Anslinger die Droge würde einen verrückt machen und zur Vollziehung solcher Taten treiben. So begann der schlechte Ruf der Cannabispflanze und sie wurde mit vielen Gewalttaten in Verbindung gebracht. 1937 verfasste Anslinger einen Bericht mit dem Titel „Marihuana, Mörder der Jugend“ und trieb somit das Gesetz voran, welches Cannabis zur illegale Droge einstufte. 

Cannabis als illegale Droge- auch in Deutschland

Mit der Aufnahme in das Opiumabkommen wurde auch in Deutschland im Jahre 1929 Cannabis als illegale Droge erklärt. Durch das Abkommen wird Deutschland gezwungen, „wirksame Gesetze oder Vorschriften zu erlassen, um Herstellung, Einfuhr, Verkauf, Vertrieb, Ausfuhr und Verwendung der Stoffe […] ausschließlich auf medizinische und wissenschaftliche Zwecke zu beschränken. Man konnte das Heilkraut also noch legal in den Apotheken kaufen, aber für den Freizeitkonsum wurde es verboten.

Komplett illegalisiert wurde Cannabis erst 1971!. Da wurde das Opiumgesetz zum heutigen Betäubungsmittelgesetz umbenannt. Der indische Hanf wurde zu Cannabis unbenannt und vollständig verboten. 

Doch der Wissenschaft lies das Heilkraut keine Ruhe

Trotzdem beschäftigten sich Ende der 1940er Jahre erneut verschiedene Wissenschaftler mit dieser illegalen Droge. Sie wiesen den aktiven und heute bekanntesten Inhaltsstoff von Cannabis nach – THC. Die Struktur der Substanz Tetrahydrocannabinol war für die Wissenschaft damals noch unbekannt und konnte erst sehr viel später, im Jahre 1964 nachgewiesen werden. Im Jahre 1999 wurde dann das körpereigene Endocannabinoidsystem entdeckt und das Interesse an Cannabis wuchs somit rasant an. Diese Geschichte ebnete den Weg zur heutigen Gesetzgebung und  Cannabis als illegale Droge wurde im Jahre 2017 wieder zum legalen Medikament ernannt.

 

Quelle: Häußermann Klaus/ Grotenhermen Franjo /Milz Eva (Februar 2017): Cannabis, Arbeitshilfe für die Apotheke, 1. Aufl., Deutscher Apotheker Verlag.

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