Cannabis als illegale Droge

Cannabis wurde ungerechtfertigt zur illegalen Droge. Foto: Thomas Hawk auf Flickr.

Cannabis – vom Medikament zur illegalen Droge

Die Verdrängung des medizinischen Cannabis begann anfangs des 20. Jahrhunderts, mit der Erfindung und Vermarktung von chemisch- synthetischen Arzneien. Dazu zählten Aspirin®, Chloralhydrat®, Bromural®, Barbituraten® und Opiate. Bis dahin hatten die Apotheker und Ärzte Cannabis zur Herstellung von Arzneien, Cremes und Tinkturen verwendet und es durfte in den USA legal konsumiert werden. 
Im Jahre 1925 wurde Cannabis in das erste internationale Opiumabkommen von Den Haag aufgenommen. Das bedeutete eine rechtliche Gleichstellung der Pflanze mit Substanzen wie Opium, Morphium, Heroin und Kokain.

Der Antrieb zur illegalen Droge 

1933 begannen die USA einen strengen Feldzug gegen das Rauschmittel Cannabis. Das aufgehobene Alkoholverbot aus dem Jahre 1920 war der Auslöser. Durch die Aufhebung des Alkoholverbotes in den USA waren über 8000 Polizisten und Kontrollbeamte arbeitslos. So unterstützte die US-Regierung das eigens eingerichtete Drogendezernat “Federal Bureau of Narcotics” bei dem nun beginnenden Kampf gegen den Hanf, um diese Arbeitslosigkeit auszugleichen. 

Harry J. Anslinger wurde 1930  Präsident der US-amerikanischen Bundesbehörde für Betäubungsmittel. Er behauptete unter anderem, Cannabis würde den Konsumenten in den Wahnsinn treiben. Dabei bezog er sich immer wieder auf den Fall des Mörders Viktor Licata, der seine Familie mit einer Axt ermordet hat. Somit begann der schlechte Ruf der Cannabispflanze und sie wurde mit vielen Gewalttaten in Verbindung gebracht. 1937 verfasste Anslinger einen Bericht mit dem Titel “Marihuana, Mörder der Jugend” und trieb somit das Gesetz voran, welches Cannabis zur illegale Droge einstufte. 

Doch der Wissenschaft lies das Heilkraut keine Ruhe

Trotzdem beschäftigten sich Ende der 1940er Jahre erneut verschiedene Wissenschaftler mit dieser illegalen Droge. Sie wiesen den aktiven und heute bekanntesten Inhaltsstoff von Cannabis nach – THC. Die Struktur der Substanz Tetrahydrocannabinol war für die Wissenschaft damals noch unbekannt und konnte erst sehr viel später, im Jahre 1964 nachgewiesen werden. Im Jahre 1999 wurde dann das körpereigene Endocannabinoidsystem entdeckt und das Interesse an Cannabis wuchs somit rasant an. Diese Geschichte ebnete den Weg zur heutigen Gesetzgebung und  Cannabis schaffte es von der illegalen Droge zum legalen Medikament.

 

Quelle: Häußermann Klaus/ Grotenhermen Franjo /Milz Eva (Februar 2017): Cannabis, Arbeitshilfe für die Apotheke, 1. Aufl., Deutscher Apotheker Verlag.

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