Budtender- ein Beruf mit Zukunft

Man sieht den Oberkörper einer Person, wie sie mit einer Zange Cannabisblüten auf eine Waage legt. Das zählt zu den Aufgaben eines Budtenders
Ein Budtender in seiner täglichen Routine. Foto: Add_Weed auf Unsplash

In einigen Ländern auf der Welt sind Cannabis und Cannabisprodukte bereits legal und somit ist der Beruf des Budtender´s einer von vielen Berufen, der durch die Legalisierung geschaffen wurde. Denn, das Cannabisbusiness boomt. Auch in Deutschland wird derzeit über eine Cannabislegalisierung diskutiert. Es soll zwar keine komplette Legalisierung geben, aber zumindest eine Legalisierung mit Einschränkungen. So sieht zum Beispiel ein Punkt vor, dass Erwachsene Cannabis in lizenzierten Fachgeschäften erwerben können. In diesen Fachgeschäften kann man sich dann über die verschiedenen Sorten und deren Wirkungsweisen informieren. Und hier kommt der Budtender in´s Spiel.

Was ist ein Budtender?

Ein Budtender ist ein Cannabis Spezialist, der sich über absolvierte Ausbildungskurse, verbunden mit Erfahrung und Interesse an der Thematik, ein ausführliches Fachwissen über Cannabis angeeignet hat. Er arbeitet in Cannabisausgabestellen wie Apotheken, Coffee Shops oder lizenzierten Fachgeschäften. Dort weiß er genauestens über die im Shop geführten Sorten bescheid, kann alle Interessenten ausführlich beraten und die am besten passende Sorte für deren Bedürfnis herausfinden.

Ähnlich wie ein Sommelier, der ein Spezialist auf dem Fachgebiet Wein, Weinanbau und der verschiedenen Weinsorten ist. Weitere Bezeichnungen sind übrigens Cannaseur, Cannabis Fachverkäufer oder Haschverkäufer.

Doch neben dem Wissen über die verschiedenen Cannabissorten, muss ein Budtender auch stets über die neuesten, weltweiten Geschehnisse in Bezug auf Cannabis informiert sein. Des weiteren sollte er ein Gespür für Menschen haben und stets offen, professionell und freundlich bei seinen Beratungen auftreten, dabei aber niemals aufdringlich werden.

Expertise:

  • die Cannabisgeschichte
  • die Biologie der Pflanze
  • Grundwissen über Anbau und Ernte
  • das Endocannabinoidsystem
  • der Entourage- Effekt
  • umfangreiches Wissen über die verschiedenen Sorten und deren Unterscheidung bzw. Wirkungsweisen
  • umfangreiches Wissen über Phytochemikalien
  • Qualitätsprüfung der verschiedenen Blüten
  • die verschiedenen Einnahmemöglichkeiten
  • Fachwissen über die medizinische Anwendung
  • Wissen über die aktuelle Gesetzeslage
  • Umgang mit Überdosierung und Nebenwirkungen 
  • Informationen zu verschiedenen Hilfsangebote

Jeder Ausbildungskurs setzt seine Schwerpunkte auf unterschiedliche Themen. So kann es durchaus sein, dass man nicht in jedem Kurs etwas über die Cannabisgeschichte lernt. Aber ein guter Budtender sollte sich selbst ein umfangreiches Wissen aneignen und auch das politische und weltliche Geschehen stets verfolgen.

Ein Budtender kennt die unterschiedlichen Sorten und deren Wirkungsweise
Ein Budtender kennt die unterschiedlichen Sorten und deren Wirkungsweise

Die Aufgaben eines Budtenders

In erster Linie ist ein Budtender in beratender Funktion tätig. Kund*innen, die eine Beratung wünschen, muss er mit seinem Fachwissen überzeugen und ihnen Sicherheit vermitteln können. Er sollte auf eine diskrete Weise herausfinden können, was für den*die Kund*in wichtig ist und welches Bedürfnis hinter der Anfrage steckt. Des weiteren muss er abschätzen können, welche Sorten passend sind und unterbreitet daraufhin dem*der Kund*in verschiedene Vorschläge.

 

  • Dabei ist er mit der Handhabung der Cannabisprodukte routiniert und kann diese professionell präsentieren.
  • Er kennt die speziellen Eigenschaften der angebotenen Sorten hinsichtlich Geruch, Geschmack u. Wirkung.
  • Sollte eine gewünschte Sorte nicht verfügbar sein, kann er schnell und sicher eine alternative Sorte vorschlagen, die eine ähnliche Wirkungsweise hat.

Ein Budtender muss die medizinischen Eigenschaften und Verhältnisse bestimmter Cannabis-Stämme verstehen.

Er sollte sich selbst aber niemals überschätzen und bei Unsicherheiten von einer Beratung absehen. Ein Budtender ist kein* Arzt*Ärztin oder Apotheker*in.

Ein gut ausgebildeter Budtender kann auch gezielte Hilfestellung und/oder Informationen zu Hilfsangeboten geben, bei einer Überdosierung oder unerwünschten Nebenwirkungen.

Den Jugendschutz muss er stets berücksichtigen und einhalten.

Ein hygienisches Arbeiten und ein hygienisch sauberer Verkaufs- und Lagerraum sind unerlässlich.

Und letztendlich ist der Budtender in einem Coffee Shop oder einem Fachgeschäft auch für den Verkauf und den Warenbestand zuständig.

Budtender Ausbildung

In Ländern wie Canada oder den USA, wo Cannabis legal ist, gibt es ganze Schulen und Akademien, an denen man eine Ausbildung zum Budtender oder andere Cannabisjobs absolvieren kann. Hier in Deutschland gibt es derzeit verschiedene Kursangebote aber diese sind von keiner Kammer oder ähnlichem geprüft. Auch die Preisspanne ist sehr unterschiedlich.

Wenn man eine Ausbildung zum Budtender machen möchte, sollte man sich die verschiedenen Kurse ansehen und diese vergleichen. Letztendlich sollte dann das Gefühl entscheiden, welchen Kurs man besuchen möchte. Umso umfangreicher die Lerninhalte sind, umso besser ist das natürlich. Ich kann das Angebot von Jonatan Hartmann bei cannadvice oder Thomas Rothmeier empfehlen.

Den Kurs von Thomas Rothmeier habe ich bereits absolviert. Dieser Kurs ist sehr interessant und umfangreich, inklusive sehr nützlicher Skills für die zukünftige Arbeit mit Cannabis. Über diesen Link kommst du direkt zur Anmeldung zum Cannabis Mikroskopie Kurs. Du erhältst lebenslangen Zugang zu den Informationen und musst am Schluss auch eine Prüfung ablegen. Der Kurs ist super aufgebaut und enthält sehr beeindruckende Mikroskopie Bilder.

Den Kurs von Jonatan habe ich zwar NOCH nicht gemacht, aber ich bin überzeugt von Jonatan´s Arbeit und habe auch ein Interview auf meinem Blog von ihm veröffentlicht. Er ist ein sehr gewissenhafter und professioneller Sachverständiger für medizinisches Cannabis.

Diese Kurse können natürlich auch von allen Interessenten gebucht werden, die nicht vorhaben zukünftig in einem Cannabis Fachgeschäft zu arbeiten. Letztendlich ist eh noch nicht klar, wer bei einer Legalisierung tatsächlich hinter dem Tresen steht und das Cannabis verkaufen wird, bzw. welche Ausbildung diese Personen abgeschlossen haben soll.

Genderanmerkung

Normalerweise berücksichtige ich in meinen Beiträgen alle Geschlechter und versuche auch dementsprechende Formulierungen zu verwenden. In diesem Beitrag habe ich allerdings die männliche Form gewählt, um das Lesen des Textes zu vereinfachen. Das ist in diesem speziellen Fall eine Ausnahme und ich bitte hiermit um jedermann´s*jederfrau´s Verständnis.

 

Quelle: Jonatan Hartmann, Cannadvice 

Verfasst von
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