Autofahren unter Cannabis- Einfluss

Autofahren unter Cannabiseinfluss war bisher streng verboten. Foto: averie-woodard-5d20kdvFCfA-unsplash

Autofahren und Cannabis schließen sich nicht grundsätzlich aus

Autofahren und die Verwendung illegaler Betäubungsmittel wie Cannabis, schließen sich aus- ebenso wie das Fahren unter Alkoholeinfluss. Das steht in der Anlage 4 der Fahrerlaubnisverordnung (FeV). Anders sieht es aus, wenn ein Patient ein Betäubungsmittel im Zusammenhang mit einer Krankheit einnehmen muss.  Hier ist das Fahren grundsätzlich zulässig.

So heißt es im §24a, Satz 2 des Straßenverkehrsgesetzes: “Ordnungswidrig handelt, wer unter der Wirkung eines in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten berauschenden Mittels im Straßenverkehr ein Kraftfahrzeug führt. Eine solche Wirkung liegt vor, wenn eine in dieser Anlage genannte Substanz im Blut nachgewiesen wird. Satz 1 gilt nicht, wenn die Substanz aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt.”

Gleichermaßen unterscheidet auch die Fahrerlaubnisverordnung zwischen der illegalen Verwendung von Drogen und Einnahmen von Arzneimitteln. So heißt es weiter: “die Einnahme von Medikamenten führt nur dann zum Ausschluss der Fahreignung, wenn es zu einer Beeinträchtigung des Leistungsvermögens unter das erforderliche Maß kommt (Anlage 4 Nr. 9.6.2 FeV)”.

Der Patient muss sich beim Autofahren sicher fühlen

Voraussetzung für das Fahren unter Cannabiseinfluss und einem regelmäßigen Cannabiskonsum ist allerdings, dass der Patient sich in einem stabilen, gut eingestellten Zustand befindet und die Einnahme des BtM seinen Allgemeinzustand nicht wesentlich negativ beeinflusst. Außerdem muss sich der Patient vor Fahrantritt kritisch hinterfragen. Grundsätzlich ausgeschlossen werden muss das Autofahren zu Beginn einer Cannabistherapie, also wenn die wirksame Dosis ermittelt wird.  Wenn ein Cannabis-Patient mit einer Fahrerlaubnis der Führerscheingruppe 1, (diverse Motorradführerscheine, Führerscheine für Kleinkrafträder und vierrädrige Leichtkrafträder, selbstfahrende Arbeitsmaschinen sowie für land- und forstwirtschaftliche Maschinen) stabil eingestellt ist so darf er ein Kraftfahrzeug führen. Er muss sich dabei auch in der richtigen körperlichen Verfassung fühlen, ein Auto zu fahren.

Ein Gutachten für eine die Führerscheingruppe 2 

Besondere Anforderungen gelten für Patienten mit einem regelmäßigen Cannabiskonsum in Form einer Therapie, wenn diese einen Führerschein der Gruppe 2 beantragen oder verlängern wollen. Hier muss nach §11 und §48 der FeV eine Begutachtung gemäß Anlage 5 vorgenommen werden, um an eine Fahrerlaubnis zu gelangen. Diese Begutachtung führt vermutlich häufiger zu einer Ablehnung des Antrags. Patienten wird empfohlen, eine Kopie des aktuellen Cannabisrezeptes mit sich zu führen.

Eine Studie soll Aufschluss geben zum Thema Autofahren und Cannabis 

Eine Studie des  Universitätsklinikums Düsseldorf ergab, dass die Fahrtüchtigkeit die Studienteilnehmer nicht nur direkt nach dem Cannabiskonsum abnahm, sondern dass sich die Teilnehmer sechs Stunden danach erneut sehr fahrunsicher zeigten. Auch die University of Sydney plant eine Studie zum Thema Autofahren und Cannabis.

Einen weiteren Beitrag zum Thema Autofahren und Cannabis findest du hier. 

Quelle: Häußermann Klaus/ Grotenhermen Franjo /Milz Eva (Februar 2017): Cannabis, Arbeitshilfe für die Apotheke, 1. Aufl., Deutscher Apotheker Verlag.

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